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Monheim
Europa-Union diskutiert über Klimaschutz

Monheim. Der Landtagsabgeordnete Guido van den Berg war bei der überparteilichen Vereinigung zu Gast.

Die Monheimer Europaunion hat sich einen Experten eingeladen und mit ihm über Klimaschutz diskutiert. Der Landtagsabgeordnete Guido van den Berg, Vize-Landrat des Rhein-Erft-Kreises, war zu Gast. "Lassen Sie uns das Thema Klimaschutz als etwas begreifen, was Fortschrittsmotor für unsere gesellschaftliche und industrielle Entwicklung ist." Mit dieser Kernaussage beginnt sein Referat zum Thema "Europas Energieversorgung im Umbruch - Strategien für NRW". Der Referent, der aus dem rheinischen Braunkohlerevier kommt, setzt sich vehement für eine erfolgreiche Energiewende ein, allerdings unter den Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit und der Sozialverträglichkeit.

Dabei ist das Klimaziel klar: Die Bundesrepublik hat sich verpflichtet, ihren CO2-Ausstoß bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu reduzieren. Im Rahmen des Aktionsprogramms Klimaschutz wurde 2015 weiterhin beschlossen, dass zusätzlich 12,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr 2020 im Bereich der Braunkohlewirtschaft eingespart werden sollen.

Weitergehende nationale Ausstiegsszenarien, wie sie im Rahmen der beendeten "Jamaika-Sondierungen" beabsichtigt wurden und insbesondere in NRW erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gehabt hätten, sind allerdings nach Ansicht des Referenten die falschen Mittel. Wenn als Folge einer in diesem Sinne erfolgreichen Energiewende die Industrie aus Deutschland verschwinde, die Versorgungssicherheit gestört und der Wohlstand massiv beeinträchtigt werde, sei das weder den Menschen hier vermittelbar, noch würden andere Staaten diesem Weg folgen.

Der Referent erhärtet seine These durch einen Blick auf die weltweite Entwicklung: Deutschland verursacht zwischen zwei und drei Prozent der globalen jährlichen CO2-Emissionen. Europaweit und in Deutschland wurden diese seit 1990 deutlich gesenkt, China dagegen hat seine Emissionen erheblich gesteigert und darf sie bis 2030 nach dem Pariser Abkommen noch weiter erhöhen. Die Kernthesen des Referenten deshalb: "Deutsche Alleingänge bei Emissionsreduzierungen werden durch Emissionswachstum in anderen Teilen der Welt schnell kompensiert. Klimaschutz, der die Frage unberücksichtigt lässt, ob eine Volkswirtschaft wettbewerbsfähig bleibt, kann weder lokal noch global erfolgreich sein".

Die lebhafte Diskussion zeigte im Anschluss, dass die Themen Klimawandel und Energieversorgung hochaktuell sind und politisch innovativer Entscheidungen bedürfen.

(og)
 
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