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Monheim
Facharztzentrum ist eine Preisfrage

Monheim: Facharztzentrum ist eine Preisfrage
Seit August 2013 ist das Monheimer St.-Josef-Krankenhaus geschlossen. Möglichst bald soll auf dem Areal an der Alten Schulstraße ein Facharztzentrum eröffnen. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Bürgermeister Zimmermann verhandelt mit der katholischen Kirche, der das Grundstück gehört. Von Petra Czyperek

Der Termin für den Baubeginn im Frühjahr dieses Jahres konnte nicht gehalten werden. Und somit verzögert sich auch die Eröffnung des geplanten Fachärztezentrums auf dem Gelände des ehemaligen St.-Josef-Krankenhauses in der Innenstadt. Immer noch verhandeln Stadtverwaltung und die katholische Kirchengemeinde als Eigentümerin des 6000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Alten Schulstraße darüber, zu welchen Konditionen das Areal im Rahmen einer Erbpacht veräußert werden soll.

Bernd Wehner, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Gereon und St. Dionysius, möchte deshalb nicht öffentlich über Preisvorstellungen reden. "Beide Seiten sind aber daran interessiert, dass sie die Gespräche möglichst schnell über die Bühne bringen", erklärte er. Wehner rechnet - unter Vorbehalt - mit einer Lösung im Herbst.

Bürgermeister Daniel Zimmermann möchte ebenfalls möglichst bald ein Ergebnis haben, um nach dem Abriss des alten Krankenhauses, Ende 2016 oder Anfang 2017 mit dem Neubau des Zentrums beginnen zu können. "Wir wollen nicht trödeln." Gespräche mit der Kirche würden seit Jahresbeginn mit einigen Unterbrechungen geführt, so Zimmermann. "Der Ausgang ist zum derzeitigen Zeitpunkt aber gänzlich offen."

Der Verkaufspreis steht im Mittelpunkt der Verhandlungen. Einfluss darauf hat auch der notwendige Abriss des Krankenhausgebäudes, weil ein modernes Facharztzentrum einen völlig anderen Zuschnitt benötigt. Welche Partei den übernimmt, sei noch nicht entschieden, sagte Zimmermann: "Wenn der Eigentümer abreißt, ist das Grundstück mehr wert." Das bedeutet im Gegenzug für die Stadt Monheim, sie muss - laut Daniel Zimmermann - für den Erwerb des "Filetgrundstücks in erstklassiger Lage" tiefer in die Tasche greifen.

Das Interesse in der Ärzteschaft an dem geplanten Zentrum sei trotz der Verzögerung ungebrochen. "Wir bekommen regelmäßig Anrufe von Medizinern, die sich nach dem Stand erkundigen", sagte der Bürgermeister. Zwei Drittel von ihnen seien Auswärtige. Darüber, welche Fachrichtungen in Frage kommen, bewahrte er Stillschweigen, um die betroffenen Mediziner nicht gegenüber ihren Patienten in Erklärungsnot zu bringen. "Wir haben ihnen Vertraulichkeit zugesichert." Man werde sich aber bemühen, dort Fachrichtungen anzusiedeln, die zueinander passen, und die sich ergänzen. In das Zentrum unter ärztlicher Leitung sollen neben den Medizinern auch medizinnahe Branchen ziehen. Das können Physiotherapeuten, Apotheken oder Sanitätshäuser sein.

Der Bürgermeister möchte über das Baukonzept erst öffentlich sprechen, wenn er es den interessierten Ärzten vorgestellt hat. Die Stadt hat aber Bauvolumen, Grundstücksgrenzen und Geschossflächen bereits im Vorfeld definiert. Ein Projektentwickler hat bei der Konzeption geholfen.

Seit Ende August 2013 ist das Monheimer St.-Josef-Krankenhaus geschlossen. Bereits im Vorfeld wurde nach Alternativen gesucht, um die breite medizinische Versorgung der Bevölkerung im Ort aufrecht zu halten.

Quelle: RP
 
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