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Monheim
Fähre zum Haus Piwipp

Düsseldorf. In der vergangenen Woche gründete sich der Verein "Piwipper Böötchen". Federführend sind Emil Drösser und Heiner Müller-Krumbhaar. Bürgermeister Daniel Zimmermann und Peter-Olaf Hoffmann sitzen im Vorstand. Von Petra Czyperek

Michael Hohmeier wird wehmütig, wenn er an seine Jugendzeit denkt: Damals hat er sich an schönen Sommertagen auf sein Fahrrad geschwungen, ist zum Rhein gefahren und setzte mit der Fähre von Monheim zum Haus Piwipp über. "Das würde ich wirklich gerne wieder einmal tun können", wünscht sich der Stadtsprecher. Pläne, die alte Fährverbindung neu zu beleben, sind der Wirklichkeit ein gutes Stück näher gerückt. In der vergangenen Woche hat sich der Verein "Piwipper Böötchen" gegründet. Federführend sind der umtriebige Chef der Paniker Emil Drösser und Dr. Heiner Müller-Krumbhaar, Schwiegersohn des ehemaligen Heimatvereinsvorsitzenden Hans-Kurt Peters. Mit im Vorstand sitzen auch die beiden Bürgermeister Daniel Zimmermann (Monheim) und Peter-Olaf Hoffmann aus Dormagen.

Emil Drösser hat sogar schon ein Boot in Aussicht und die Option auf zwei Anlegestellen: eine an der Piwipp und auf Monheimer Seite nahe der Marienkapelle (Stromkilometer 714). Das überholungsbedürftige Fährboot war, als es noch auf der Ruhr schipperte, für 40 Leute und Fahrräder zugelassen. Es liegt derzeit in Rheinbrohl und wird von einem Ingenieur gecheckt.

Hellauf begeistert

Den Beteiligten ist klar, dass noch viel Arbeit vor ihnen liegt. Doch Drösser, der sich auch bei der Restaurierung des alten Krans am Monbagsee und der Sanierung der Voigtshofkapelle engagiert hat, ist optimistisch: "Et jeht". Man dürfe eben nicht immer auf die Probleme schielen. "Alle sind hellauf begeistert. Es spricht vieles dafür, dass es läuft."

Und es ist nicht nur Nostalgie, die Fähre wieder verkehren zu lassen. Guido Schenk, Tourismusmanager bei der Dormagener Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft sowie stellvertretender Vorsitzender im Verein "Piwipper Böötchen", findet das Projekt großartig. Damit lasse sich die Region touristisch weiterentwickeln, beispielsweise könnten die Radrouten links und rechts des Rheins besser vernetzt werden. Wie früher wären auch gegenseitige Besuche bei großen Volksfesten wieder möglich. Ebenso beabsichtigt sei eine Pilgerverbindung zwischen der historischen Marienkapelle in Monheim und Zons als Station auf dem Jakobsweg. "Ein ehrgeiziges Projekt", kommentierte der Tourismusmanager, "aber man muss Ziele haben".

130 000 Euro Kapital

Rund 130 000 Euro braucht der neu gegründete Verein für das Boot und die Anlegestellen. Wegen klammer Kassen gibt es weder von der Stadt Dormagen noch von Monheim Geld. "Ich organisiere ein Benefizkonzert, und heute ist ein Termin bei der Nordrhein-Westfalen-Stiftung", setzt Drösser auf Fördergelder und Spenden. Der Fährbetrieb müsse die laufenden Kosten einspielen. Ein nicht zu unterschätzender Kraftakt, glaubt Stadtsprecher Michael Hohmeier. Schließlich musste die Pächterfamilie Siepen den Fährbetrieb 1977 aus wirtschaftlichen Gründen einstellen.

Quelle: RP
 
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