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Monheim/Langenfeld
Fahrraddiebe sind zurzeit sehr aktiv

Monheim/Langenfeld: Fahrraddiebe sind zurzeit sehr aktiv
Ganz verhindern lassen sich Fahrraddiebstähle nicht; aber ein gutes Schloss und eine Codierung am Rahmen machen es Kriminellen schwerer. FOTO: Kai Remmers
Monheim/Langenfeld. Am Wochenende gingen allein in Monheim zehn Anzeigen ein. Polizei rät zu gutem Schloss und Registrierung durch Gravur oder Aufkleber. Von Stephan Meisel

Das neunjährige Mädchen hatte am Samstagnachmittag gemeinsam mit seiner Mutter Freunde an der Mozartstraße in Monheim besucht. Als beide nach einem Eis auf der Terrasse wieder aufbrechen wollen der Schreck: Jemand hatte das mit einem Schloss gesicherte Kinderfahrrad gestohlen. Bei der Anzeige auf der Polizeiwache erfährt die Mutter, dass es an diesem Tag auch anderen so ergangen ist. Fahrraddiebe waren am Wochenende in Monheim sehr aktiv.

Das bestätigte gestern Polizeisprecher Ulrich Löhe. "Zwischen Freitag und Sonntag wurden in Monheim insgesamt zehn Fahrräder gestohlen." Die Tatorte verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet. Die Diebe griffen auch an Kantstraße, Wilmersdorfer Straße, Poetengasse oder Auf dem Kamp zu. "Die Palette reicht vom Kinderfahrrad über Damen- und Herrenräder bis hin zum Mountain Bike."

So sieht der Aufkleber der Kreispolizei mit ME und Registriernummer aus, der sich nur schwer entfernen lässt. FOTO: Kreispolizei Mettmann

Laut Kriminalitätsstatistik wurden im vergangenen Jahr in Monheim 203 Fahrräder gestohlen, in Langenfeld 358. Löhe: "Im Südkreis ist es deutlich flacher als etwa in Velbert und deswegen sind dort mehr Leute mit dem Rad unterwegs. Folglich werden auch mehr Räder gestohlen als im nördlichen Kreisgebiet." Gerade im Sommer häuften sich die Fälle. Bevorzugt griffen die Fahrraddiebe dann an großen Abstellanlagen etwa vor Schwimmbädern zu, saisonunabhängig außerdem an den S-Bahnhöfen oder vor Schulen. "Wir können immer nur wieder dringend dazu raten, sich ein hochwertiges Schloss zuzulegen und das Rad damit an einem Ständer oder Geländer anzuketten. Ansonsten können Diebe auch ein abgeschlossenes Fahrrad mal eben in einen Transporter heben."

Beim Blick auf die Anzeigen stellt Löhe fest, dass in vielen Fällen die gestohlenen Räder nur sehr vage beschrieben werden. "Wenn weder Hersteller und Typ noch die Rahmennummer bekannt sind, lassen sich Täter kaum ermitteln. Und für den Fall, dass ein herrenloses Rad später irgendwo auftaucht, kann es dem rechtmäßigen Eigentümer dann kaum zugeordnet werden. Deswegen sollte man sich diese Daten bei seinem Fahrrad unbedingt notieren, am besten mit einem Foto und dem Kaufbeleg verwahren."

Die Folge: Solche Räder landen im städtischen Fundbüro. Sofern sich innerhalb von sechs Monaten der rechtmäßige Besitzer nicht meldet, bekommen die Finder die Räder oder sie werden nach einiger Zeit öffentlich versteigert. "Zurzeit haben wir 70 Fahrräder, die bei uns abgegeben wurden", sagt der Monheimer Rathaussprecher Norbert Jakobs. "Sie kommen am 16. September ab 14 Uhr auf dem Eierplatz unter den Hammer."

Regelmäßig codiert der ADFC gegen eine Gebühr von 6 Euro Räder, so dass die Polizei sie im Falle eines Diebstahls anhand der eingravierten Nummer dem Eigentümer zuordnen kann. Die Kreispolizei bietet nach Löhes Worten seit zwei Jahren gratis eine eigene, weniger aufwändige Codier-Aktion an. Die Räder erhalten einen "qualitativ hochwertigen Aufkleber" in Form eines Kfz-Kennzeichens (siehe Abbildung). Ähnlich wie eine TÜV-Plakette lässt er sich auf der Flucht nur schwer entfernen. Der Aufkleber soll jedem potenziellen Täter auffällig signalisieren, dass ein Diebstahl für ihn gefährlich ist. Jedes registrierte Fahrrad wird in einer Datenbank erfasst und kann so jederzeit dem Eigentümer zugeordnet werden. Die Aktion ist Bestandteil einer Offensive der Polizei, die unter der englischen Bezeichnung "Block it" im Südkreis den Diebstahl von Rädern verhindern soll.

Die nächste Block-it-Codieraktion ist am 17. August von 10 bis 12 Uhr in der Langenfelder Fußgängerzone Solinger Straße, nahe der Kirche St. Josef.

Quelle: RP
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