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Langenfeld
Fans prügeln sich bei Baumberg-Spiel

Fotos: Polizeieinsatz bei Legat-Spiel
Fotos: Polizeieinsatz bei Legat-Spiel FOTO: Patrick Schüller
Monheim . Ausschreitungen im Fußballstadion der Sportfreunde. Gegner Remscheid kritisiert: Organisatoren waren überfordert. Von Thomas Gutmann

Die Polizei spricht von "Ausschreitungen", für den Vorsitzenden der Sportfreunde Baumberg (SFB) war es ein "kleines Handgemenge", was sich vor und nach dem Landesliga-Kick am Samstagnachmittag gegen den FC Remscheid zutrug. Zunächst prügelten sich laut Polizei etwa 50 Fans beider Vereine; später stoppten SFB-Anhänger den Remscheider Fanbus, um die Schlägerei fortzusetzen. Die Bilanz laut offiziellem Polizeibericht: ein verletzter Remscheider (Flaschenwurf), ein verletzter Baumberger (Pfefferspray) sowie Ermittlungsverfahren gegen zwei Baumberger wegen Gefährlicher Körperverletzung bzw. Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Es sollte so etwas wie ein Schlager in der sechsthöchsten Spielklasse werden. "FC Remscheid mit (Trainer) Thorsten Legat, dem RTL-Star aus dem Jungle Camp" warben die Sportfreunde auf ihrer Internetseite und hofften auf reichlich Publikum. Das kam auch. 450 Zuschauer wollten das Spiel des Spitzenreiters Baumberg gegen die abstiegsbedrohten Remscheider mit dem Promi-Coach sehen. Zu dem Andrang trug womöglich auch der Spieltermin bei: Die Sportfreunde hatten die Begegnung eigens um einen Tag vorverlegen lassen, weg von der Konkurrenz am Amateurfußball-Sonntag. Zum Unwillen der Remscheider, wie FCR-Geschäftsführer Lothar Steinhauer gestern anmerkte: "Zwei unserer Spieler konnten nicht antreten, weil sie samstags im Einzelhandel arbeiten müssen."

Fotos: Thorsten Legat – Europapokalsieger, Promiboxen, Amateur-Trainer FOTO: Jürgen Moll

Dafür waren immerhin 120 Remscheider Fans am Start. Eine Busladung davon "sturzbetrunken", wie Jürgen Schick, Vorsitzender der gastgebenden Baumberger, berichtet. Schick schildert die Lage am und im SFB-Stadion an der Sandstraße, wo auf 25 Ordner doppelt so viele alkoholisierte FCR-Fans kamen, so: "Wir haben ihnen gesagt, sie sollen linksherum auf die andere Seite des Platzes gehen. Die sind aber nach rechts gegangen – zu unseren Fans."

Es folgten besagte "gewalttätige Auseinandersetzungen" (Polizei), bei der ein Baumberger einem Remscheider eine Bierflasche an den darauf blutenden Kopf warf. Den Ordnern gelang es noch vor dem Anpfiff, das Scharmützel zu beenden. Die Polizei traf erst später ein. Die insgesamt rund drei dutzend Beamten setzten nach dem Spiel Pfefferspray und Schlagstöcke gegen Baumberger Fans ein, weil diese den Remscheider Bus blockierten. Für SFB-Chef Schick ging die Provokation dennoch "ganz klar von der Remscheider Gruppe" aus: "Die haben sich zum Beispiel nach dem Spiel auf den Boden gesetzt und wollten sich von der Polizei raustragen lassen." Gerüchte, Baumberger Fortuna-Hools hätten das "Legat-Spiel" als Bühne für eine Schlägerei genutzt, weist Schick zurück: "Solche Typen haben wir hier nicht."

Bilder: Erstes Training für Legat in Remscheid nach dem Dschungelcamp FOTO: Moll, J�rgen

Remscheid-Geschäftsführer Steinhauer gibt dagegen den spielausrichtenden Sportfreunden die Schuld an der Prügelei: "Man hätte die betrunkenen Fans gar nicht erst ins Stadion hineinlassen dürfen. Was unsere eigene Verantwortung betrifft, gilt klipp und klar: Wer von unseren Anhängern aus der Rolle fällt, wird zur Rechenschaft gezogen. Der bekommt Stadionverbot." Dies ändere aber nichts an der Pflicht der Gastgeber: "Wenn ich schon ein Spiel auf Samstag verlege, dann muss ich auch auf den Andrang vorbereitet sein. Warum etwa war die Polizei nicht von Anfang an da? Und Bierflaschen und Weizengläser im Stadion wie in Baumberg – das geht gar nicht!", kritisiert Steinhauer die Organisatoren. Schick hingegen versichert: "So etwas wie diese 50 Remscheider Chaoten hatten wir in Baumberg noch nicht, damit konnten wir nicht rechnen." Sollten die Sportfreunde aber erwartungsgemäß aufsteigen, warten in der Oberliga Fans, gegen die die Remscheider wie Chorknaben erscheinen. Die Vorkommnisse am Samstag könnten insofern eine Art unfreiwillige Generalprobe gewesen sein für Begegnungen mit Wuppertalern oder Uerdingern.

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