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Monheim
Fehlalarm: Kaufland-Spinne war harmlos

Monheim: Fehlalarm: Kaufland-Spinne war harmlos
Mit Schutzkleidung packten die Feuerwehrleute die Bananen-Kisten um. Bereits gegen 21 Uhr am Samstag war klar: Die Spinne war nicht gefährlich.
Monheim. Monheims Feuerwehr hat nur selten mit exotischen Tieren zu tun. Vielleicht ein Grund dafür, warum sie noch 18 Stunden nach Entwarnung verbreitete, die in einem Supermarkt entdeckte Spinne sei giftig.

Allen, die heute beim Einkaufen nicht mehr ganz so beherzt in die Bananenkiste packen, sei versichert: Die Spinne, die am Samstagabend in der Kaufland-Filiale an der Friedrichstraße in Monheim einen größeren Feuerwehreinsatz auslöste, war harmlos. Das stand zwar schon beim Einsatzende am Samstag um 21 Uhr fest, die Feuerwehr berichtete aber dennoch am Sonntagnachmittag, das in einem Glas gefangene Tierchen sei "definitiv eine Giftspinne." "Spinnen sind immer giftig", erklärt der Düsseldorfer Tierarzt Kornelis Biron, der von der Monheimer Feuerwehr zurate gezogen worden war. Die Frage sei, ob das Gift auch für Menschen gefährlich sei. Als man ihm nach Entdecken des Monheimer Spinnentieres ein Handyfoto übermittelte, habe er zunächst bestätigt, dass es sich um die gefürchtete Bananenspinne (Phoneutria) handeln könne. Und obwohl er die Wahrscheinlichkeit, dass sich in einer weiteren Kiste der Lieferung aus Ecuador ein weiteres Exemplar befinden könne, gering einschätzte, habe er den Feuerwehrangehörigen geraten, alle Kisten behandschuht zu durchsuchen.

Erst als ihm das Tierchen dann am Abend in die Praxis gebracht wurde, habe er gesehen, dass die Spinne gerade mal acht Millimeter maß und sie nicht die für Wanderspinnen typische Augenpartie – vier als Quadrat angeordnete Augen – besaß. Er habe dies direkt der Monheimer Feuerwehr mitgeteilt, so dass diese um 21 Uhr den Einsatz habe beenden und das gesperrte Untergeschoss von Kaufland wieder habe freigeben können. Nachdem er dann einen weiteren Spinnenexperten konsultiert habe, habe er seine Angaben dahingehend präzisieren können, dass es sich um eine Krabbenspinne handelt. "Deren Biss ist unangenehm, aber nicht gefährlich Die Stelle schwillt wie bei einem Bienenstich an", sagt Biron. Für den auf Reptilien spezialisierten Tierarzt, der "gängige" Haustiere wie Hunde und Katzen gar nicht behandelt, sei es die erste "Spinne aus der Bananenkiste" gewesen. Er habe aber auch mehrere Vogelspinnen als Patienten.

Auch bei der Monheimer Feuerwehr haben Einsätze mit exotischen Tieren Seltenheitswert. "Grundsätzlich gibt es ja heutzutage an Haustieren nichts, das es nicht gibt", sagt Feuerwehrchef Hartmut Baur. Er habe daher einen Kollegen zu einem Seminar über den sachgerechten Umgang mit Exoten geschickt. "Es gibt Giftschlangen, die sind so schnell, dass man gar nicht vor ihnen weglaufen kann", sagt er schaudernd. Zwar biete die hitzeabwehrende Kleidung der Feuerwehrleute auch einen guten Schutz gegen Bisse, und man verfüge über ein Fanggerät, mit dem man den Kopf fixieren kann – im Bedarfsfall aber alarmiere man einen der Spezialisten der Düsseldorfer Feuerwehr.

Es komme äußerst selten vor, dass ein exotisches Insekt in einer Obstkiste mittransportiert werde, erklärt Kaufland-Pressesprecherin Christine Axtmann. In der Vergangenheit habe es sich bei diesen Einzelfällen auch um eine Spinne im Bananenkarton gehandelt. Die Mitarbeiter seien geschult, in solchen Fällen sofort Fachleute zu kontaktieren.

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