| 00.00 Uhr

Monheim
Feuerwehr weitet nächtliche Rettungstransporte aus

Monheim. Die Stadt will auch ihren zweiten Rettungstransportwagen fortan im 24-Stunden-Dienst betreiben. Nach der Schließung des St-Josef-Krankenhauses zum 1. August 2013 hatte sie einen zweiten Wagen für die Rettungswache angeschafft, der aber nur tagsüber - also von 7 bis 19 Uhr - eingesetzt wird. Damit sollte kompensiert werden, dass der bisher einzige Rettungswagen für den Transport der lebensgefährlich erkrankten oder verletzten Patienten in die entfernter liegenden Krankenhäuser in Langenfeld und Benrath einfach mehr Zeit benötigt; und daher für nachfolgend angeforderte Transporte erst einmal nicht zur Verfügung steht. Von D.schmidt-Elmendorff

Wie die Verwaltung gestern Abend im Ausschuss für Ordnung erläuterte, werden die Rettungstransporte aber auch insgesamt stärker in Anspruch genommen. So stieg die Zahl der Einsätze von 2013 bis 2015 von 1968 auf 2685, im vergangenen Jahr allein um 400. Die nächtlichen Einsätze sind dabei stärker gestiegen als die tagsüber absolvierten Transporte. "Laut eines Gutachtens zum Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises Mettmann ist das ein kreisweiter Trend, der sich auch in Monheim widerspiegelt", sagt Torsten Schlender, Sprecher der Monheimer Feuerwehr. Nach seinen Angaben ist die Hemmschwelle gesunken, den Rettungsdienst zu rufen. "Manche meinen, ein Schnitt in den Finger rechtfertige den Anruf unter 112." Indes seien das Gros aber tatsächliche Notfälle gewesen.

Schon jetzt sei die Erstversorgung in jedem Fall sichergestellt, stellt Schlender klar. Zur Not führe eben das Löschfahrzeug oder der Drehleiterwagen den Einsatz. Denn jeder Berufsfeuerwehrmann sei auch ausgebildeter Rettungsassistent. Und die Fahrzeuge verfügten über einen Notfallrucksack, ein Beatmungsgerät, EKG und einen Defibrillator. "Wir haben das Personal und Material, um das ,therapiefreie Intervall' zu überbrücken." Allein von 2014 auf 2015 stieg diese Art der Einsätze von 299 auf 417. Diese Serviceleistung erbringe im Kreis Mettmann nur die Monheimer Feuerwehr. Nach dem Gutachten des Kreises sei Monheim die "schnellstausrückende Wache im Kreis", so Schlander. "Wir erreichen jeden Notfallort in den vorgeschriebenen acht Minuten."

Die Erweiterung des Rettungstransportwesens zieht auch eine Erweiterung des Stellenplanes nach sich: Fünf zusätzliche Stellen für Rettungsassistenten müssen geschaffen werden. Dies geschieht vorbehaltlich der Änderung des Rettungsdienstbedarfsplanes des Kreises Mettmann. "Wir gehen damit in Vorleistung", so Schlender. "Mit der Fortschreibung des Bedarfsplans sind wir in einem sehr frühen Stadium", sagt Daniela Hitzemann, Sprecherin des Kreises. Er müsse noch mit allen Städten und den Kostenträgern abgestimmt werden. Denn die Rettungstransporte werden mit den Krankenkassen abgerechnet.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Monheim: Feuerwehr weitet nächtliche Rettungstransporte aus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.