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Langenfeld
Feuerwehr wirbt um Zuwanderer

Langenfeld: Feuerwehr wirbt um Zuwanderer
FOTO: Matzerath Ralph
Langenfeld. Die Stadt stellte im Integrationsrat einen Akquise-Fahrplan vor. Von Sandra Grünwald

Eigentlich hätte Frank Noack, der bei der Freiwilligen Feuerwehr Langenfeld für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, während der Sitzung des Integrationsrats über das Thema "Migranten in der Freiwilligen Feuerwehr" sprechen sollen. Doch erreichte ihn schon zu Beginn der Sitzung ein Alarmruf und so eilte er, um das zu tun, wofür die Freiwillige Feuerwehr da ist - löschen, retten, schützen. Doch mit der Beigeordneten Marion Prell hatte sich schnell eine würdige Vertretung gefunden.

Sie zeigte anhand der von Noack zur Verfügung gestellten Präsentation auf, dass es wohl bereits Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund in der Freiwilligen Feuerwehr gibt, aber nicht wirklich viele. Bisher wurde auch keine Aufstellung über die genaue Anzahl gemacht. "Bei der Feuerwehr war das bislang egal, woher jemand kommt, er ist einfach ein Kamerad", so Prell. Obwohl die Freiwilligen Feuerwehren in NRW generell über Nachwuchsprobleme klagen, ist die Mitgliederzahl in der Jugendfeuerwehr Langenfeld steigend. Nun möchte die Freiwillige Feuerwehr Langenfeld ihren Fokus stärker auf Migranten richten.

"Sie sind willkommen", betonte Prell. Ideen wurden bereits entwickelt, um gerade diese Menschen zu erreichen. So soll es Informationsveranstaltungen geben, die von der Feuerwehr gemeinsam mit Migrantenorganisationen durchgeführt werden. Mittels Projekten an Schulen sollen weiter Schüler für die Jugendfeuerwehr gewonnen werden. Auch die Teilnahme an Festen, wie dem Stadtfest, dem Internationalen Familienfest sowie an Feuerwehrfesten können helfen, Interessierte zu erreichen. Wichtig sei vor allem, das Informationsdefizit vieler Migranten zu beheben. "Viele wissen über die Struktur und Organisation der Feuerwehr nicht Bescheid", sagt Prell. Außerdem sei in vielen Ländern die Feuerwehr mit dem Militär verbunden, was nicht zur Verbesserung des Ansehens der Feuerwehr beitrage. Und natürlich gibt es Sprachprobleme. So wie bei dem Syrer, der in Aleppo bei der Feuerwehr gearbeitet hat oder den Interessenten aus Afghanistan und Guinea. Ein medizinisch ausgebildeter Mann aus Kenia wird im nächsten Jahr ein Praktikum als Rettungssanitäter antreten. Auch die Kontakte des Integrationsrates möchte die Feuerwehr gerne nutzen, um weitere Migranten zu gewinnen. Eine Zwischenbilanz der demografischen Entwicklung Langenfelds seit 2002 gab Marion Prell ebenfalls. So entwickelten sich die Bewohnerzahlen der 45- bis 59-Jährigen mit einem starken Zugewinn sehr positiv, wogegen die Zahlen der Bewohner bis 14 Jahre stark rückläufig sind.

Quelle: RP
 
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