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Langenfeld
Firmen wollen mehr Personal einstellen

Langenfeld. Laut IHK erwartet ein Drittel aller Betriebe eine Verbesserung seiner Geschäfte. Ob sich der Flüchtlingsstrom positiv auf den Fachkräftemangel auswirken wird, ist noch unklar. Sprachbarrieren sind das größte Hemmnis. Von Sonja Schmitz

Billiges Öl, niedrige Zinsen und hohe Einkommen sorgen dafür, dass der Aufschwung für die Firmen in der Region Düsseldorf und am Mittleren Niederrhein im sechsten Jahr in Folge anhält. Von den 900 Betrieben mit rund 80.000 Beschäftigten, die sich an der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) beteiligten, beurteilten 39 Prozent ihre Geschäftslage mit gut, 12 Prozent stufen sie als schlecht ein. Und auch für dieses Jahr bleiben die Firmen verhalten optimistisch: 32 Prozent gehen von einer weiteren konjunkturellen Verbesserung aus.

Als sehr erfreulich beurteilt Gregor Berghausen, der neue amtierende Hauptgeschäftsführer der IHK, die Aussicht auf dem Arbeitsmarkt. In nahezu allen Wirtschaftszweigen erwarten die Firmen einen Anstieg der Beschäftigung. Der Anteil der Betriebe, die Neueinstellungen planen, überwiegt: 21 Prozent wollen Personal aufstocken, 16 Prozent Stellen abbauen. Den größten Bedarf an Arbeitsplätzen haben das Baugewerbe und der Dienstleistungssektor. Doch wegen des Fachkräftemangels haben insbesondere Bau, IT und Handel Schwierigkeiten, die benötigten Stellen auch zu besetzen. Darunter leiden 41 Prozent der Betriebe.

Noch kein klares Bild gibt es in der Unternehmerschaft über die Frage, ob der Fachkräftemangel durch den Flüchtlingsstrom gelindert werden kann. Die Antworten von Optimisten, Skeptikern und Weiß-Nicht-Angaben rangieren jeweils um die 30 Prozent. "Es herrscht hier noch eine hohe Ungewissheit", fasst Berghausen die Lage zusammen.

Als stärkstes Hemmnis, Flüchtlinge zu beschäftigen, bewerten die Betriebe die Sprachbarriere. Hier gelte es in höchstem Maße zu investieren, erklärte IHK-Chef Berghausen.

Darüber hinaus scheuten Firmeninhaber die undurchschaubare rechtliche Lage bei der Beschäftigung von Flüchtlingen. "Es gibt 21 Varianten eines Aufenthaltsstatus. Das können Mittelständler nicht durchschauen."

Kritisch sieht Berghausen außerdem, dass die Diskussion um die Bewältigung der Flüchtlingskrise derzeit vor allem innenpolitisch geführt werde. Dies gelte insbesondere auch für die Frage, was passiert, wenn Grenzkontrollen eingeführt werden. "Bei einem vereinten Europa, getrieben durch wirtschaftliche Verflechtungen, ist es wichtig, sich über die wirtschaftlichen Auswirkungen Gedanken zu machen", gibt Berghausen zu bedenken.

Angesichts des boomenden Wohnungsbaus und den dafür zur Verfügung stehenden begrenzten Flächen sieht die IHK eine herannahende Problematik für Gewerbeflächen. "Die Menschen müssen nicht nur irgendwo leben, sondern auch irgendwo arbeiten", sagt Berghausen. Wenn, wie auf dem ehemaligen Gelände von Pierburg in Düsseldorf-Heerdt, zur Diskussion stehe, dass Gewerbe dem Wohnen weichen solle, sei das problematisch.

Quelle: RP
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