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Kreis Mettmann
Fliesenleger: Zahl der Betriebe steigt

Kreis Mettmann. Seit dem Wegfall der Meisterpflicht große Zunahme, aber Qualität leidet.

Seit 2006 ist die Zahl der Fliesenleger-Betriebe stark gestiegen. Gab es im Bereich der Handwerkskammer (HWK) Düsseldorf vor neun Jahren noch 3043 Fliesenleger-Firmen, waren es im vergangenen Jahr bereits 6085. Das ist ein Anstieg von rund 100 Prozent. Darauf weist die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hin.

Die Gewerkschaft führt das auf den Wegfall der Meisterpflicht im Fliesenleger-Handwerk vor fast zwölf Jahren zurück. Damit seien jedoch die Qualität und die Ausbildung in dem Handwerk in Gefahr. "Auch im Kreis Mettmann hat die Zahl der Ein-Mann-Betriebe deutlich zugenommen", sagt Dennis Macko. Für den Bezirksvorsitzenden der IG Bau Düsseldorf ist der Meisterbrief eine "Garantie für saubere Arbeit und faire Löhne". Seit der Reform der Handwerksordnung 2004 müssen Fliesen-, Platten- und Mosaikleger nicht einmal eine Gesellenprüfung machen, um ein Gewerbe anzumelden. "Im Interesse der heimischen Beschäftigten und auch Kunden sollte die Meisterpflicht im Fliesenleger-Handwerk wieder eingeführt werden."

Nach Beobachtungen der IG Bau sind die Klagen über Pfusch bei Handwerksarbeiten in den letzten Jahren "immer lauter" geworden. "Wer ohne geprüften Berufsabschluss arbeitet, der beherrscht sein Handwerk oft nicht richtig. Außerdem fehlen vielen die nötigen Kenntnisse, um einen Betrieb zu führen", erklärt Macko. Und auch für die Berufsausbildung sei der Wegfall der Meisterpflicht ein Problem: "Nur Meisterbetriebe dürfen ausbilden. Mit ihren hohen Standards sorgen sie für gut ausgebildete Nachwuchskräfte." Deshalb sei, so Macko, die Wiedereinführung der Meisterpflicht ein wichtiges Mittel gegen den Fachkräftemangel im Kreis Mettmann. Zudem könne man so wirksam gegen Scheinselbstständigkeit vorgehen.

(dora)
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