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So Helfen Eltern In Der Schule (8)
Flüchtlingskinder lernen Deutsch

Langenfeld. Schon ihre Eltern legten großen Wert darauf, dass sie Verantwortung übernimmt, auf andere zugeht und sich um Menschen kümmert, die Hilfe brauchen. Stefanie Lüders-Klein (37) möchte diese Werte weitertragen. Seit Herbst 2015 spielt und lernt sie jeden Freitagnachmittag in einem Klassenraum am Konrad-Adenauer-Gymnasium mit Flüchtlingskindern. Unterstützt wird sie dabei von Dagmar Clasen (54), Karin Kricsfalussy (54) und Dieter Holtkamp (59). Alle vier haben oder hatten Kinder am KAG. Eine Tochter von Stefanie Lüders-Klein besucht dort gerade die fünfte Klasse. Die Gruppe gründete sich auf Anregung der Schulleitung. "Die hat die Pflegschaftsvertreter um Unterstützung gebeten." Brigitte Reiner, pensionierte Lehrerin des KAG, organisiert die Elternarbeit und stellt Lernmaterial zur Verfügung. Von Petra Czyperek

15 oder 16 Jungen und Mädchen sitzen regelmäßig in kleinen Gruppen an den Tischen. Sie sind zwischen zehn und 18 Jahren alt, kommen freiwillig und haben einen guten Draht zu den Eltern in der Klasse. "Wichtig ist, dass Deutsch lernen Spaß macht", sagt Dagmar Clasen. "Den Kindern und uns." Die Teilnehmer besuchen morgens in Teilen den regulären Schulunterricht am KAG und lernen im Projekt Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Am Freitagnachmittag kann dann die neue Sprache spielerisch nachgearbeitet werden. Manchmal wird geredet, ab und zu spielen alle zusammen "Stadt, Land, Fluss" oder "Ich packe meinen Koffer". Oft machen sie gemeinsam die Hausaufgaben. Denn in den engen Unterkünften ist dafür kaum Platz, und es ist meistens viel zu laut dort. Und es ist niemand da, der helfen kann. Die Stunden im KAG seien für die Kinder wie eine "zweistündige Insel", erleben die Eltern. Sie merken, dass die Kinder sie mögen und gerne kommen. Das beruht aber auf Gegenseitigkeit. "Das Thema Flüchtlinge bekommt ein Gesicht, wenn man die Menschen kennt", sagt Dieter Holtkamp.

Stefanie Lüders-Klein hat inzwischen eine Patenschaft für den zwölfjährigen Achmed aus Syrien übernommen, der mit seinem Onkel nach Deutschland gekommen ist. Er besucht die Langenfelder Familie regelmäßig zu Hause. "Beim Spielen mit meinen Kindern geht Integration am besten", sagt die Mutter.

In unserer Serie stellen wir Eltern vor, die sich engagieren.

Quelle: RP
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