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Langenfeld
Flughafen bezahlt Gegnern Gutachten

Langenfeld. Frühestens Ende 2017 könnte der Düsseldorfer Airport seine Kapazitäten erhöhen. Von Reinhard Kowalewsky und Thorsten Breitkopf

Zur Abwehr denkbarer Anschläge wird am Flughafen nicht nur auf die stärkere Präsenz bewaffneter und erkennbarer Polizei gesetzt. Die Bundespolizisten und eigene Kräfte würden auch in Zivil eingesetzt, die das Geschehen in den Wartehallen beobachten, um schnell eingreifen zu können berichtete jetzt Flughafenchef Ludger Dohm.

Er begrüße, dass die EU und die Bundesregierung darauf verzichten, Flughäfen zu einer Kontrolle von Gästen zu bewegen, bevor diese einen Flughafen betreten, weil dies ineffektiv sei und neue Risiken bringe. Für die Zukunft fragt er sich, ob Flughäfen wie in den USA Reisenden anbieten, dass sie sich als "trusted traveler" (vertrauenswürdige Reisende) anmelden - dann könnten diese schneller einchecken und wären schneller im sicheren Bereich jenseits der Sicherheitskontrollen.

Am heutigen Montag geht das Antragsverfahren für die Erweiterung der Kapazitäten am Flughafen weiter: Die 16 Gutachten zu dem Projekt werden offengelegt. In Ratingen, Meerbusch und Düsseldorf soll es Infoveranstaltungen geben. 800 Ordner mit den Gutachten werden an Kommunen oder die Bezirksregierung zur Auslage verteilt.

Um Flughafengegnern eine Chance zu geben, das Material von eigenen Gutachtern prüfen zu lassen, können sie 100.000 Euro beantragen, um mögliche Gegengutachten erstellen zu lassen. Über die Vergabe des Geldes wird der Vorsitzende der Lärmschutzkommission, Thomas Goßen, Bürgermeister von Tönisvorst, entscheiden. Frühestens Ende 2017 könnte der Airport im Idealfall seine Kapazitäten erhöhen, hofft Dohm. Diese Frist sei sogar zu erwarten, wenn das Verkehrsministerium nach einer Entscheidung einen sofortigen Vollzug anordnen und nicht auf das Ergebnis möglicher Gerichtsklagen warten werde. Denn bis zu den Sommerferien liege das Material aus. Dann könnten sich Bürger äußern. Die Bedenken müssten gesichtet und bewertet werden. Erst danach werde das Ministerium entscheiden. Dabei müsse es alle Aspekte genau und nach Recht und Gesetz prüfen.

Dohm berichtete, dass Ryanair näher daran gewesen sei, auch Düsseldorf anzufliegen als bekannt. Der Billigflieger habe Slots (Start- und Landerechte) beantragt und genehmigt bekommen, bevor er sich dann doch entschied, vorerst nicht Düsseldorf anzufliegen.

Quelle: RP
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