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Monheim
Frauen feiern ausgelassen im Festzelt

Monheim: Frauen feiern ausgelassen im Festzelt
Frauen außer Rand und Band: Die Gromoka-Sitzung ist ein Garant für gutes Programm und tolle Stimmung. Rund 2000 Gäste feierten im Festzelt. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Monheim. Zur legendären Damensitzung der Gromoka kamen gestern Nachmittag 2000 Frauen ins Festzelt Am Werth. Die Stimmung war ein Traum. Von Isabel Klaas

2000 jecke Wiever können nicht irren. Das Festzelt Am Werth in Monheim war gestern Nachmittag zum Bersten voll mit freierlustigen Frauen, die von überall herkamen - sogar von der anderen Rheinseite, um bei der Gromoka-Damensitzung dabei zu sein. "Eine Sitzung wie keine", war die einhellige Meinung. Die meisten Besucherinnen waren Wiederholungstäterinnen.

So viel gute Laune auf einmal ist einfach unglaublich. Da brauchte es kein Vorglühen mit Kleinen Feiglingen. Schon das flotte Kinderprinzenpaar Prinz David und Prinzessin Jil mit den putzigen Gänselieschen und Spielmännern im Schlepptau ließen die Herzen der Damen höher schlagen. Als die erwachsenen Narrenherrscher Bernd I. und Silke samt Gefolge im Schottenrock (war ja schließlich eine Damensitzung!) auf der Bühne standen, brandeten die Wellen der Sympathie hoch. Ein wunderbarer Vorteil: Der Prinz kann singen. Und das tat er zur Freude aller ausgiebig und melodisch. Dass später die "Paveier" und "de Höhner" die Damenwelt mit ihren Karnevals-Chartbreakern auf die Stühle trieben, verwundert sicher niemanden. Das Ergebnis: Um 20 Uhr wollte eigentlich keiner so wirklich gehen, obwohl die Frauen schon über fünf Stunden im Karnevalseinsatz waren.

Programm Chapeau Gromoka: Für 36 Euro Höchstpreis war das ein Programm voller gut gesetzter Akzente und hochwertiger Kräfte. Schon Guido Cantz begeisterte als erster Redner mit einem frechen Rundumschlag, der vom Kölner Verkehrschaos über den "griechischen Adventskalender" ("hinter jedem Törchen ein Schuldschein für Schokolade") reichte, aber auch das Liebesleben einer 32-jährigen Ehe persiflierte: "Wie Cola: erst lecker, dann light, jetzt Zero". Es war akrobatischer Gardetanz zu sehen - wie von Rheinstürmern, Altstadtfunken und der Marienburggarde. Und es gab genug Karnevals-Evergreens, zu denen das Publikum singen, schunkeln und Polonaise tanzen konnte.

Kostüme Einfach herrlich. Alle. Vor allem die Selbstgemachten. Am ausgefallensten war eine Gruppe von Freundinnen, die als Tannenbäumchen kamen. In ihren grünen Zipfelmützen mit Kugeln, Lametta und Lichterketten behängt, stachen sie sogar Guido Cantz ins Auge, der nachhakte: "Weihnachten ist doch vorbei, oder?" 22 Mädels der Karnevalsgesellschaft "Altstadtfrauen" kamen als Schminktischchen. Darauf muss man erst mal kommen, sich Spiegeltischchen, Lippenstift und Schminkköfferchen auf die rosafarbenen Perücke zu setzen. Lina und Petra Kegel (Mutter und Tochter) präsentierten sich als bezaubernde Hirschkühe mit selbst gemachtem Gehörn auf dem Kopf. Und Gertrud Bambeck fiel als komplett grünes Fantasie-Wesen auf. Überhaupt waren sehr viele hübsche Mädelsgruppen da, die entweder ganz als düstre Nachtschattengewächse kamen, als Harlekine mit weißer Lockenperücke und Träne unterm Auge, als Giraffen, Dalmatiner oder einfach, dem Wetter angemessen, als Frühlingsbotin mit Blüten und Vögeln auf dem Kopf. Alles in allem ein Catwalk der Karnevalsschönheiten, der, wie es Karnevalsprinzessin Silke ausdrückte, "einfach nur unglaublich ist".

Essen und Trinken Außer der obligatorischen Imbiss-Bude im Eingang gab es viel Selbstgemachtes. Denn die Frauen durften sich ihre Essen selbst mitbringen. Das ist bei dem nicht unerheblichen Eintrittspreis ein erfreuliches Angebot, das viele nutzten.

Auf diversen Tischen standen gut gefüllte Tupperdosen. Ansonsten gab es Bockwurst, Bratwurst, Pommes und Bier, Wein und Sekt sowie Wasser satt.

Sauberkeit und Toiletten Nicht ganz so toll. Sextanerblasen hatten schlechte Karten, weil sie mitunter warten mussten. Eindeutig fehlten im Foyer und vor der Imbissbunde Aschenbecher. Der Boden war übersät mit Kippen, was den guten Gesamteindruck ein wenig schmälerte.

Ansonsten war die Luft im Festzelt sehr gut, auf jeden Fall auch warm genug, so dass die leicht bekleideten Besucherinnen nicht frieren mussten.

Quelle: RP
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