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Langenfeld
Freiwillige und Hilfsprojekte in der ganzen Welt verbinden

Langenfeld: Freiwillige und Hilfsprojekte in der ganzen Welt verbinden
In den Schwanenhöfen in Düsseldorf-Flingern ist der Sitz des Start-ups Volunteerworld (Bild: Geschäftsführer Pascal Christiaens). FOTO: Bernd Schaller
Langenfeld. Hinten links in der Ecke sitzt Volunteerworld. Vorbei also an Weinkisten aus Pappe und tristen halbhohen Trennwänden. Im Oval aus Konferenztischen und Ledersesseln mit großen Computerbildschirmen springt Pascal Christiaens auf. Er ist Geschäftsführer dieser Firma inmitten anderer Büros, neben anderen Start-ups in den Schwanenhöfen, Flingern. Von Henning Rasche

Wer jung und innovativ ist, gründet heutzutage ein Start-up - in der Hoffnung auf das große Geld. Pascal Christiaens, der mit Kumpel Felix Rädel das Start-up Volunteerworld gegründet hat, redet lieber von solider Finanzierung als von großen Gewinnen. "Unser Drei-Jahres-Ziel ist es, dass wir uns tragen", sagt er. Dazu müsste Volunteerworld genug Geld einspielen, um die Kosten zu decken. Volunteerworld will Freiwillige und Hilfsprojekte in der ganzen Welt verbinden. Wenn also jemand in Kambodscha, Sri Lanka oder Texas Gutes tun möchte, kann er sich auf der Internetseite der Volunteerworld Projekte heraussuchen. Freiwillige aus aller Welt treffen auf Hilfsprojekte aus aller Welt. Volunteerworld regelt dabei den Bewerbungsprozess. Von den derzeit rund 400 Programmen sind einige kostenfrei, für die meisten anderen aber muss der Freiwillige bezahlen. Je länger der Aufenthalt, desto günstiger wird es für den Helfer, weil die Projekte erst bei längeren Einsätzen auch finanziell profitieren. Ihnen entstehen durch die Einbindung der Helfer Kosten, schließlich müssen diese auch eingearbeitet werden.

Das ist auch Hanna Verfürden klar geworden, die in diesem Frühjahr in Saigon in Vietnam für ein Kinderheim gearbeitet hat. Sie habe zwar für ihren Einsatz zahlen müssen, aber dadurch waren auch Unterkunft und Verpflegung abgedeckt. Dass sie Geld bezahlt, um Arbeiten zu können, findet Hanna Verfürden in Ordnung. Sie sieht das als eine Art Spende an die Organisation an, denn immerhin soll das Geld des Projekts an Bedürftige fließen und nicht an die Freiwilligen.

Hanna Verfürden arbeitete in einem Heim in Saigon (Vietnam). FOTO: Privat

Volunteerworld verdient nur an der Vermittlung, wenn das Programm für den Volontär kostenpflichtig ist. Dann bekommt das Start-up 15 Prozent Provision. Je teurer das Projekt für den Freiwilligen, desto mehr verdient Volunteerworld. Christiaens, der vorher für Banken gearbeitet hat, ist die soziale Idee wichtig. In der Finanzwirtschaft habe ihm der Sinn gefehlt. Wie hoch eine Provision im Durchschnitt ist, gibt Christiaens nicht bekannt. Denn: Erst seit zwei Monaten ist die Webseite online. Pro Monat haben etwa 15 000 Menschen volunteerworld.com besucht. Vier Bewerbungen erhält das Start-up pro Tag. "Das liegt über unseren Erwartungen", sagt er. Das elfköpfige Team bietet neben der Suchmaschine Finanzierungen per Crowdfunding, Reiseversicherungen und das klassische Reisegeschäft an.

Volunteerworld muss Geld verdienen - auch mit einer guten Sache. Rädel und Christiaens brauchten Starthilfe. Die haben sie bei den Münchner "Business Angels" bekommen, Privatleute, die in ein soziales Start-up investieren wollten. Bedingung war ein Konzept, das ohne weitere Hilfe überleben kann. Die Gründungsidee hatten die beiden 2007. Rädel jobbte in Namibia als Tennistrainer. Weil die Organisation zäh lief, dachten sie sich, dass man das vereinfachen müsste. Damit wollen sie nun Geld verdienen.

Quelle: RP
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