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Monheim
Für freie Sicht auf den Monbag-See

Monheim: Für freie Sicht auf den Monbag-See
Holger Pieren (Biologische Station Haus Bürgel) und Jutta Scheuß von der Unteren Landschaftsbehörde informieren sich über die Fortschritte beim Gehölzschnitt. FOTO: Matzerath
Monheim. Parallel zur Opladener Straße wurden Fichten und einige Pappeln gefällt. Am Südufer stehen jetzt Gehölzarbeiten an. Von Petra Czyperek

Dicke Fichtenstämme stapeln sich an der Opladener Straße vor dem Monbag-See. Die verbliebenen Hybrid-Pappeln und Birken geben inzwischen den Blick vom Fuß- und Radweg auf das Wasser frei. Baumaschinen räumen geräuschvoll Gestrüpp und Gehölze am Bahndamm ab. Die Biologische Station Haus Bürgel hat in der vergangenen Woche mit umfangreichen Maßnahmen begonnen, die in zwei Etappen erfolgen und bis Jahresende abgeschlossen sein werden.

Der Pflege- und Entwicklungsplan - erarbeitet von der Biologischen Station - ist mit der Stadtverwaltung sowie der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann abgestimmt. Berücksichtigt wurden auch die Interessen der ansässigen Angler und des Segelvereins. "Der Baggersee ist Naturschutzgebiet und Ersatzlebensraum für viele Tiere", erläuterte Jutta Scheuß, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Unteren Landschaftsbehörde und für Monheim zuständig. Ziel sei es, das Schutzgebiet zu erhalten.

Im Nordosten wurden zunächst Fichten und einige Pappeln gefällt sowie der marode, löchrige Zaun abgerissen. Der wird demnächst auf 400 Metern neu gezogen, um das Trinkwasser- und Vogelschutzgebiet zu sichern. Am flachen Nordufer halten sich im Sommer Gänsesäger und viele Entenarten auf, die dort gut an die Muscheln gelangen können, sagte Holger Pieren von der Biologischen Station. Dort, wo zuvor Fichten (eine Baumart, die im Bergland heimisch ist) jeglichen weiteren Bewuchs unmöglich machten, soll sich jetzt heimische Vegetation entwickeln. Vögel sorgten dafür, dass sich Haselsträucher, Birken und Kirsche quasi von selber aussäten, sagt der Diplom-Geograf. Die verbliebenen Pappeln böten Kormoranen den notwendigen Sichtschutz zur Straße hin.

Die Stämme einiger toter Pappeln blieben extra für die Spechte stehen. "Ein Kleiber, der dort nach Insekten suchte, wurde schon gesichtet", freute sich der 51-Jährige. Das sei ein kleiner, kompakter Vogel, der geschickt an Baumstämmen und Ästen auf und ab klettern könne. Am Ostufer des Sees wird eine Wiese für Zauneidechsen frei gehalten, die sich auf dem sandigen und sonnigen Boden am Bahndamm wohlfühlten. Um eine weitere Wiese kümmert sich der Nabu im Knipprather Wald. "Die Echsen nutzen den Bahndamm, um über die Opladener Straße zu gelangen." Ab heute beginnen die Arbeiten am Südufer des Sees. Dort wird ebenfalls Gehölz weggenommen. An der sandigen Böschung rastet der Grünschenkel auf seinem Zug von Nordeuropa nach Afrika. Sandlaufkäfer und die blauflügelige Ödlandschrecke (Heuschreckenart) leben am Ufer. Und der Flussregenpfeifer legt seine Eier in den Kies. Für Spaziergänger wird es keinen Rundweg um See geben. "Naturschutz hat Vorrang vor der Freizeitgestaltung", sagte Pieren. Aber es gibt begehbare Teilstücke, die teilweise zu Aussichtspunkten führen. Die Stadt lässt am Nordufer 2016/17 einen Holzturm zur Vogelbeobachtung errichten. Bereits im Frühjahr werden zwei Infotafeln - eine davon am Südufer die andere im Norden aufgestellt. Sie erläutern die Geschichte des Sees und seine Bedeutung als Wasservogel-Lebensraum, so Tourismusmanagerin Maximiliane Richtzenhain.

Quelle: RP
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