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Monheim
Gänse gegen Geld

Monheim. Wer derzeit an der Opladener Straße entlang fährt, kann auf dem blauen Kran am Monbag-See eine interessante Entdeckung machen. Fünf Gänse scheinen völlig entspannt über den Ausleger des Industriedenkmals zu watscheln. Sie sind 80 Zentimeter hoch, schneeweiß und haben einen orangenen Schnabel. Allerdings sind die gefiederten Gesellen nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Karbon und Eisen. Sie sind die Vorboten für eine Aktion der Stiftung "Minsche vür Minsche", mit der Geld in die Kasse gespült werden soll. Von Die Stiftung "minsche Vür Minsche" Ist Seit Mehr Als Einem Jahr Am Start. Bisher Hat Sie Bereits Einige Projekte Finanziell Unterstützt - und Das Ist Erst der Anfang.

"Die Gänse sollen ein Symbol für die emotionale Bindung zwischen der Stadt und ihren Bürgern sein", sagt Dr. Helmut Heymann, Vorsitzender und Mitbegründer der Stiftung. Immerhin sei das Federvieh das Wappentier von Monheim. Insgesamt 100 Stück hat die Stiftung demnach anfertigen lassen. Sie können gegen eine einmalige Spende von mindestens 90 Euro bei der Stiftung angefordert werden - für den eigenen Garten, Balkon, Hauseingang oder als Geschenk.

"Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt" betont der zweite Vorsitzende Emil Drösser. Das Monheimer Urgestein freut sich nach eigenem Bekunden bereits darauf, einigen bunten Gänsen in der Stadt zu begegnen. "Jeder kann seine Gans gestaltet, wie er lustig ist", sagt er. "Dabei ist es ganz egal, ob sie komplett in Pink gefärbt, mit Spiegeln verziert oder mit Zeitungspapier beklebt wird."

Ziel der Aktion ist es, Geld für die Stiftung zu sammeln. Hintergrund ist ein Ratsbeschluss, dass die Stadt bis zu einer Obergrenze von 100 000 Euro jeden gespendeten Euro verdoppelt. Rund 19 000 Euro hat die Stiftung bereits an Spendengeld erhalten. Das Kapital, aus dem die Stiftung ihre Zinserträge erlöst, liegt laut Heymann bei 102 500 Euro. Allerdings sei es wegen des niedrigen Zinsniveaus derzeit nicht sehr lukrativ. "Umso wichtiger sind Spenden, damit wir möglichst nah an die 100 000 Euro kommen können, die dann verdoppelt werden", sagt er.

Eine weitere Aktion zugunsten der Stiftung ist ein Benefizkonzert des großen Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach unter dem Dirigat von Dr. Roman Salyutov am 13. September in der Aula am Berliner Ring. Beginn ist um 17 Uhr und die Einnahmen gehen an die Stiftung. Heymann und Drösser hoffen, dass durch die Gänse und das Konzert ein fünfstelliger Betrag generiert werden kann, der dann mittelfristig verschiedenen Projekten in der Stadt zugutekommen. "Die Ziele der Stiftung sind klar festgelegt: Wir werden nur dort aktiv, wo die Stadt keine Gelder zur Verfügung stellt", unterstreicht Heymann.

Einige Vorhaben hat die Stiftung bereits finanziell unterstützt. Ein Beispiel ist ein Büchlein, das kostenlos an die Kindertagesstätten im Stadtgebiet verteilt werden soll. Die Geschichte von Gänselieschen und Spielmann oder ein "Karneval der Tiere" in Monheim schweben Drösser als mögliche Handlung vor. Kostenpunkt: 2000 Euro. Mit 500 Euro wurde die Schülerzeitung des Otto-Hahn-Gymnasiums bedacht. Auch der Naturschutzbund (Nabu) kann sich über 1500 Euro freuen, um ein "Hotel" für Wildbienen und Insekten im Marienburg-Park zu errichten. Derzeit wird noch über den Standort verhandelt.

Der Kinder- und Jugendchor erhielt 500 Euro für die Umsetzung eines Musicals und die Pflanzung von seltenen oder ökologisch wertvollen Bäumen auf privaten Grundstücken wird mit 1500 Euro gefördert. "Wir sind immer für Vorschläge offen", betont Heymann. "Jeder Bürger, der eine Idee hat, kann sich an uns wenden." Dabei gehe es unter anderem darum, die Identifikation mit der Stadt zu steigern, das lokale Brauchtum zu fördern oder das Umfeld zu verschönern. "Da gibt es sicher einiges zu tun", ist sich Drösser sicher.

Quelle: RP
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