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Baumberg
Gärtner Otmar Stammen ist Kräuterspezialist

Baumberg. Der 61-Jährige führt seinen kleinen, alteingesessenen Betrieb in Baumberg seit 35 Jahren selbstständig. Von Petra Czyperek

Erst gestern hatte Otmar Stammen (61) wieder seinen Stand mit Kräutern, Gemüse und Gestecken auf dem Langenfelder Wochenmarkt aufgebaut. Täglich ist er mit seiner Frau Liane (56) in einer anderen Stadt unterwegs, um den Stammkunden dort frische Waren anzubieten. Dafür muss er früh aufstehen. Morgens um zwei Uhr klingelt sein Wecker; nach dem Frühstück fährt er erst einmal zum Großmarkt.

Ein harter und körperlich anstrengender Beruf. "Da muss man reingewachsen sein, um das durchzuhalten", sagt der Baumberger. Er hat den Betrieb an der Griesstraße von seinem Großvater übernommen. "Damals war ich Anfang 20." Eigentlich hatte Stammen Elektriker gelernt, wollte beruflich ganz andere Wege einschlagen. Doch sein Vater war früh gestorben, und als dann der Großvater das Zeitliche segnete, trat er in dessen Fußstapfen. Wohl auch der Oma zuliebe, mit der er die ersten Jahre gemeinsam auf die Märkte in der Region fuhr. Seit 35 Jahren führt er die 2500 Quadratmeter große Gärtnerei selbstständig. "Ohne die Hilfe meiner Frau wäre das gar nicht möglich", sagt er.

Ans Aufgeben denkt er trotz aller Strapazen aber noch lange nicht. Umso entsetzter war er, als ihn seine Nachbarn plötzlich ansprachen, warum er sein Land verkaufen wolle. "Das will ich natürlich nicht." Die Stadt Monheim plant auf dem Gelände zwischen Griesstraße und der Straße zum Hinterfeld weitere Häuser zu bauen, um das Areal nachzuverdichten. Aus dem 2003 festgelegten Mischgebiet mit dem einst die gewerbliche Nutzung gesichert werden sollte, könne nach und nach ein Wohngebiet werden. "Es ist aber definitiv eine Falschmeldung, dass die Gärtnerei einbezogen werden soll", sagte Chefplaner Waters gestern auf Anfrage. "Alle bestehenden Nutzungen genießen Bestandsschutz." Er signalisierte: "Letztlich entscheidet der Eigentümer, ob verkauft wird oder nicht."

Und Stammen will definitiv nicht verkaufen. Erst vor sechs Jahren sei die Stadtverwaltung auf ihn zugekommen und wollte seinen Grund und Boden in Baumberg erwerben. Damals hätten er und seine Frau sich entschlossen, einen Teil des Grundstücks gegen eine angrenzende Fläche zu tauschen, damit dort gebaut werden kann, sagte er. Rund um seine Gärtnerei sind inzwischen viele Einfamilienhäuser errichtet worden.

Quelle: RP
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