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Langenfeld
Galerie der schönsten Äpfel

Äpfel aus der Heimat
Äpfel aus der Heimat FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Wer kennt ihn nicht, den Spruch über den einen Apfel am Tag, der den Doktor fernhält. Seit Anfang August sind die ersten Sorten aus der Region wieder zu haben - frisch vom Baum, knackig, saftig und süß und voller Inhaltsstoffe, die dem Körper guttun. Von Isabel Klaas

Christina Weeger ist die einzige Landwirtin in Langenfeld, die Äpfel anbaut. Es sind sieben Sorten auf anderthalb Hektar Fläche in Richrath - ausschließlich zur eigenen Vermarktung, sagt sie. Derzeit verkauft sie in ihrem Bauernladen in Rietherbach Delbar, Alkmene und James Grieve. Bis November folgen noch Pinova, Elstar, Rubinette und Alkmene.

Einige haben das Reifestadion nicht ganz abgeschlossen und hängen noch prächtig am Baum. Die letzten werden sogar erst Anfang November kurz vor dem ersten Frost gepflückt.

Super war die Ernte in diesem Jahr allerdings nicht. Für Christina Weeger und viele andere Obstbauern hatte der Frühling eine böse Überraschung bereit gehalten: nämlich minus sieben Grad Nachttemperatur vom 19. auf den 20. April. So schnell vergisst die Landwirtin dieses Datum nicht, weil es der Apfelblüte sehr geschadet hat. Während Weeger versucht hat, die Blüten mit Wasserberieselung zu schützen, setzte der Lieferant von Bio-Bäuerin Dorrit Furthmann auf wärmende "Kerzen" gegen die späten Nachtfröste. Das sieht nicht nur toll aus, wenn die Kerzen nachts unter den blühenden Bäumen brennen, sondern kann auch die Ernte retten. "Es hat geholfen", sagt Furthmann, "aber die Kosten sind beträchtlich."

Der Obst- und Gemüsestand von Dorrit Furthmann, der dienstags und freitags auf dem Wochenmarkt steht, bietet übers Jahr verteilt 15 Sorten biologisch angebauter Äpfel an. Darunter auch die Sorte Santana, die selbst Allergiker essen dürfen. Gerne gibt die Markthändlerin Tipps, welche Sorte sich für Kuchen, Mus oder als Baby-Nahrung eignet.

Unter den aktuellen Sorten am Marktstand schmeckt der Rubinola mit am besten. Er ist saftig, fest und süß - aber er hat leider einen Schalenfehler am Stielansatz. "Deshalb nehmen manche Leute diese Sorte nicht, weil sie glauben, das sei Gammel", sagt Furthmann. Der Makel ist aber in der Tat nur äußerlich. "Rubinola gehört mit zu den neueren Sorten, die einen sicheren Ertrag ohne Spritzaufwand liefern", sagt Furthmann, "das ist gerade für den biologischen Anbau wichtig." Äpfel, die anfällig sind für Mehltau und Kragenfäule machen dem Bio-Bauern das Leben schwer. Und dann wird auch noch fürs Auge gezüchtet: Rote Bäckchen machen was her und werden immer gerne genommen.

Deljonka, Topaz, Lena, Elise, Boskop, später dann auch die alte Sorte Berlepsch und die seltene Ananas-Renette sind kleine Geschmacksexplosionen, erstaunlich unterschiedlich und facettenreich. Und sie sind gesund. Über 30 Vitamine und Spurenelemente, 100 bis 180 Milligramm Kalium und viele andere wertvolle Mineralien wie Phosphor, Kalzium, Magnesium oder Eisen trägt ein durchschnittlich großer Apfel in sich. Was bei Furthmann nicht aus eigenem Bioland-Anbau in Bornheim stammt, kommt vom Bio-Apfelbauer Aloysius Knein in Niedeggen und vom Bio-Hof Bölingen in Grafschaft. Dort gedeihen die Früchte im Landschaftsschutzgebiet. Egal, ob Bio oder integrierter Anbau - frisch schmeckt jeder Apfel am besten. Was im Frühjahr und Frühsommer aus der Region bei uns in den Obstkorb kommt, hat in der Regel im Kühlhaus gelagert und wurde per Smart Fresh-Verfahren begast, um nicht zu altern. Oder mit weniger Sauerstoff und mehr Kohlenstoffdioxid an der Reifung im Lagerraum gehindert. Bei Weeger werden die Äpfel übrigens über den Winter nur kühl gelagert. Am besten also, man greift jetzt zu - so lange die Äpfel noch frisch gepflückt werden.

Quelle: RP
 
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