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Langenfeld
Gericht verurteilt Polizisten-Schläger

Langenfeld. Einmal mehr eskaliert vor der Diskothek "Musik" ein Streit. Polizeibeamte werden angegriffen. Von Dorian Audersch

Im Dezember 2014 fordern zwei junge Männer Einlass in das "Musik" an der Schneiderstraße. Die Türsteher verweigern ihnen jedoch den Eintritt. Zum einen sind die beiden Türken bereits mehrfach negativ aufgefallen und außerdem stehen sie im Verdacht, zum Umfeld einer kriminellen Rockerbande zu gehören. Die Polizei will vor Ort für Ordnung sorgen - doch dann eskaliert die Lage vor den Türen der Diskothek.

Nun wurde der Fall vor dem Amtsgericht behandelt. Die Staatsanwaltschaft fasst das Geschehen in der Tatnacht nüchtern und sachlich zusammen. Der Streit mit den Türstehern war Ausgangspunkt für den weiteren Ablauf. Nach Eintreffen der Polizei haben die beiden Männer massiven Widerstand gegen die Vollstreckungsbeamten geleistet. Von wüsten Beleidigungen wie etwa "Pack´ mich nicht an, du Pisser!" bis hin zu nicht zitierfähigen Äußerungen habe die Bandbreite der Aussagen gereicht. Zudem habe der 27-jährige Arbeitslose, der vom Einkommen seiner Frau lebt, einem Beamten mit der Faust mehrfach ins Gesicht geschlagen, was zu Prellungen und dem Abbrechen eines Backenzahns führte.

Auch der andere Täter, ein 32-jähriger Hilfsarbeiter, soll massiv handgreiflich geworden sein. Die Polizisten mussten ihn daraufhin fesseln und abführen. Einige Beamte trugen weitere Blessuren im Gesicht davon. Vor Gericht ließen die in der Tatnacht noch sehr wortgewaltigen Täter nur knappe Aussagen durch ihre Anwälte verlesen. Demnach hätten sie weder irgendwen beleidigt, noch geschlagen. "Wenn überhaupt", heißt es in einem der vorgelesenen Texte, "hat es sich bei den Vorgängen nur um eine Reaktion gehandelt." Die Gewalt sei vielmehr von den Polizisten ausgegangen.

Insgesamt fünf Polizeibeamte sind als Zeugen geladen. Vernommen werden sie nicht. In einem spontanen "Rechtsgespräch" vor dem eigentlichen Prozessauftakt erklärten die Angeklagten die Beschränkung der Einsprüche auf die Rechtsfolgen. Das ist ähnlich zu werten wie ein Geständnis - und macht eine Beweisaufnahme im Grunde überflüssig.

Die Richterin verurteilte die beiden Langenfelder mit türkischer Staatsangehörigkeit entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft zu Geldstrafen. Der 27-Jährige ist einschlägig vorbestraft und muss 1000 Euro zahlen. 800 Euro werden bei dem anderen Angeklagten fällig. Beide zahlen in Raten.

Quelle: RP
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