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Monheim
Gesamtschüler haben zu wenig Platz

Monheim: Gesamtschüler haben zu wenig Platz
Die Oberstufe der Gesamtschule hat sich besser entwickelt, als ihre Gründerväter dachten. Im Oberstufentrakt ist schließlich auch der Pausenraum für die älteren Schüler beengt FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Wachsende Schülerzahlen, ein durch zusätzliche Experten erweitertes Mitarbeiter-Team sind die Gründe. Von D. Schmidt-Elmendorff

Bevor Ralf Sänger, Leiter der Peter-Ustinov-Gesamtschule, zur Klage anhebt, schickt er ein großes Lob für die Stadt voran: "Ich bin ja froh, dass die Stadt mit dem Schulentwicklungsplan das Problem Raumnot jetzt so offensiv angeht." Dennoch nehme seine Schule in der Prioritätenliste der Stadt nur den vierten von sechs Plätzen ein. "Naturgemäß sind einige Schulen unzufrieden, darüber, dass ihre Maßnahmen erst später in Angriff genommen werden", heiß es dazu in der Vorlage der Stadt. "Immerhin wollen wir die von Dr. Garbe vorgegebene Geschwindigkeit - er rechnete mit zehn Jahren für die Umsetzung - mit der Zielmarke 2019 deutlich unterbieten", sagt Gebäudemanager Michael Lobe. Dafür soll sein Ressort um drei Stellen aufgestockt werden.

Steigende Schülerzahlen: Die Gesamtschule hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Als sie vor 33 Jahren gegründet wurde, war sie auf Fünfzügigkeit ausgelegt, 1990 wurden 1050 Schüler unterrichtet. Heute sind es 1300. "Selbst der alte Schulentwicklungsplan ging noch von einer Sechszügigkeit in Sek 1 und einer dreizügigen Oberstufe aus", so Sänger. "Vor zwei Jahren mussten wir aber eine Überhangklasse bilden, auch die Oberstufe ist jetzt am oberen Ende der Vierzügigkeit." Hinzu komme, dass die Oberstufenschüler mehr Pflichtstunden ableisten müssen, was zusätzlichen Raumbedarf erzeuge. Man nutze derzeit freie Klassenräume der Unter- und Mittelstufe, deren Schüler gerade Unterricht in den Fachräumen haben. Der Fehlbedarf umfasse fünf Klassen- und neun Differenzierungsräume. Letztere dienen nicht nur der differenzierten Unterrichtung der Schüler je nach Leistungsstand in den Hauptfächern, sondern auch der Notwendigkeit, Kinder mit Förderbedarf gezielter fördern zu können. Das Problem sei, dass man zusätzlich zu den im Schnitt zwei Kindern pro Klasse, bei denen der Förderbedarf offiziell festgestellt wurde, viele Kinder habe, "die wir ebenfalls als förderwürdig erkannt haben", so Sänger.

Größere Teams: Auch die Zahl der Arbeitsplätze für das pädagogische Personal muss erhöht werden: Seit 2012 ist an der Gesamtschule das MoKi III-Projekt installiert, für das zwei Räume benötigt werden. Auch der Schulpsychologe Quirin Huber benötigt einen Raum für Gespräche. "Unser Lehrerzimmer ist für viel weniger Lehrer ausgelegt als die 115, die wir heute haben", sagt Sänger. Nach der Änderung der Lehrerausbildung tummeln sich heute neben Referendaren auch Orientierungs- und Fachpraktikanten an den Schulen, die sich noch im Studium befinden und schon mal Praxisluft schnuppern sollen. Fest erweitert wird das Kollegium demnächst auch durch die bisher nur abgeordneten Sonderpädagogen.

Dass alle Baumaßnahmen bis 2019 abgeschlossen sein sollen, stellt Sänger nicht zufrieden. "Die Situation wird ja eher schwieriger." Inzwischen ist auch die Internationale Klasse für Schüler ab 12 Jahren, die vorher an der Sekundarschule untergebracht war, zur Gesamtschule übergesiedelt. Der Raumbedarf müsse ja nicht immer durch Anbauten gedeckt werden, so Gebäudemanager Lobe. Er hofft, etwa die Förderräume aus dem Bestand generieren zu können - indem etwa ein großer Raum geteilt werde. Für die Bauzeit müssten eben Container aufgestellt werden. "Aber wirklich nur als Provisorium", betont Lobe.

Quelle: RP
 
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