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Langenfeld/Hilden
Gesamtschule feiert 25-Jähriges

Langenfeld/Hilden. Aus dem einst ungewollten Kind ist ein Musterexemplar geworden: Die Bettine-von-Arnim-Gesamtschule wird 25. Von Isabel Klaas

Wenn Lena Dobmeier (24) sich an ihre Schulzeit von 2001 bis 2010 erinnert, fällt ihr spontan ein: "Ich habe mich dort immer gut aufgehoben gefühlt, alle waren supernett, und es war ein prima Lernklima." Heute arbeitet die ehemalige Bettine-von-Arnim-Gesamtschülerin als Vermessungstechnikerin bei der Stadt Solingen.

Wenn die Richrather Schule in den kommenden Wochen feiert, werden auch 1000 Ehemalige erwartet, darunter Ärzte, Lehrer, Manager - alles Leute, die nach dem Abi erfolgreich studierten. Genau daran hatten die Kritiker der Gesamtschule, vor allem die konservativen Parteien, gezweifelt. Dort würden die Schwachen auf Kosten der Starken gefördert, befürchteten sie.

Nach kontroversen Debatten startete die Gesamtschule am 1. August 1990 unter der Leitung von Peter Behringer - zunächst in der Trägerschaft des Kreises, ehe 1992 der Zweckverband Langenfeld/Hilden gegründet wird. "Die Geburt war schwierig", sagt der dritte und aktuelle Schulleiter Peter Gathen, "eine Elternbefragung brachte allein in Langenfeld nicht die nötigen Stimmen, so dass sich die Städte Langenfeld und Hilden zusammentaten und an ihrer Stadtgrenze eine Schule für beide Gemeinden bauten." Dafür sorgten die Bürgerinitiativen in beiden Städten, die bis vors Verwaltungsgericht gegangen waren.

Die SPD-geführte Bezirksregierung sorgt schließlich für die Realisierung. Gebaut wird für 50 Millionen D-Mark eine Vorzeigeschule. Keiner sieht auf Anhieb, dass an der Hildener Straße in Langenfeld-Richrath 1300 Schüler untergebracht sind, nach Jahrgangsstufen aufgeteilt auf einzelne Häuser, die maximal zwei Geschosse haben. Es gibt verschiedene Schulhöfe, auf die Bedürfnisse der Altersgruppen zugeschnitten, ein grünes Atrium, eine schicke Mensa und ein Oberstufen-Café, sogar ein Sonnendeck. "Ich arbeite hier gerne, auch weil es so schön ist", sagt Gathen.

Worauf er besonders stolz ist: In diesem Jahr haben sich 118 Schüler für die Oberstufe qualifiziert - doppelt so viele wie prognostiziert. Aus den 30 Schülern, die nach Klasse vier mit einer Empfehlung fürs Gymnasium kamen, sind letztlich 85 geworden, die 2015 das Abi geschafft haben. "Beim zentralen Abitur ist die Aufgabenstellung in den unterschiedlichen Schulformen gleich", sagt Gathen. Er verweist zudem auf ein überdurchschnittliches Abschneiden seiner Schüler bei der zentralen Prüfung und der Lernstandserhebung, bei der das Wissen der Schüler ermittelt wird.

Heute platzt die Schule aus allen Nähten. Trotz weiterer Gesamtschulen in Langenfeld und Hilden gibt es genug Interessenten, die einen weiteren Weg in Kauf nehmen, um an der Hildener Straße zur Schule zu gehen. Wartelisten gibt es immer. "Wir sind bis unters Dach voll. Wir wünschen uns ein paar Räume mehr", sagt Gathen. Ein Team von 130 Lehrern und eine Sozialpädagogin betreuen die Schüler. 23 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Im nächsten Schuljahr werden statt wie bisher zwölf 15 Kinder mit "besonderem Förderbedarf" aufgenommen. Das sind Autisten, Schüler mit Entwicklungsstörungen im emotional-sozialen Bereich, in Sprache und Lernen. Auch da hat die Schule Erfahrungen. Sie war eine der ersten im Kreis, die 1998 eine integrative Klasse einrichtete.

Gathen machen die Sonderanforderungen keine Angst, auch wenn das Kollegium nicht vergrößert wird: "Der Geist der Schule ist geprägt vom Sich-untereinander- Kümmern" , sagt er, "und der Förderung des Einzelnen." 85 Prozent der Oberstufenschüler schaffen ihr Abitur. Von den übrigen geht keiner ohne Abschluss.

Quelle: RP
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