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Monheim
Gesunder Wald gibt Tieren eine Heimat

Monheim. Heute ist der internationale Tag des Waldes. Ein idealer Anlass für einen Streifzug durch den Forst. Von Ingrid Knebel

Heute ist der "Tag des Waldes", den die Vereinten Nationen 1971 ins Leben gerufen haben, um auf die globale Waldvernichtung aufmerksam zu machen. Fachleute monieren hierzulande allerdings, dass dieser Tag nicht die Bedeutung genießt, die ihm eigentlich zukommt. Der Grund für die geringe Würdigung sei vermutlich das frühe Datum im Jahr. Am 21. März sei der Wald noch unbelaubt und nicht in seiner vollen Schönheit zu erleben. Selbst in Naturschützerkreisen ist der "Tag des Waldes" nicht so präsent wie der "Tag des Baumes" am 25. April.

Von den rund 90 Baum- und Straucharten im deutschen Wald sind hauptsächlich Fichte und Kiefer sowie Buche und Eiche vertreten. Der Wald beherbergt über 1200 Pflanzenarten und tausende unterschiedliche Tierarten, die meisten davon Insekten. "Bäume sind durch ihre Photosynthese-Leistung wichtige Sauerstoff-Produzenten und CO2-Verbraucher", erklärt die Botanikerin Regina Thebud-Lassak. "Sie treten somit dem Treibhauseffekt entgegen." Bäume wirken klimaausgleichend. So sei es im Inneren eines Waldes durch die Beschattung der Bäume im Sommer kühler, als auf einer Wiese, einem Acker oder gar sonnenexponierten Felsen, und im Winter weniger kalt, da die Baumkronen den Wind abhielten, erläutert sie.

Wie es um den Gesundheitszustand unseres Waldes bestellt ist, wird seit dreißig Jahren in Nordrhein-Westfalen dokumentiert. Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz informiert in seinem Vorwort zum Waldzustandsbericht, weshalb die Wälder geschützt und bewahrt werden müssen: "Der Erhalt des Waldes dient den gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, er liegt im Interesse des Klimas und der Luftreinhaltung, des Wasserhaushaltes, der Bodenfruchtbarkeit und des Landschaftsbildes." Der neue Waldzustandsbericht 2014 belegt allerdings, dass sich der Baumkronenzustand bei den Laubbäumen insgesamt deutlich verschlechtert hat. Nicht nur bei Buchen, sondern auch bei Nadelbäumen sei eine vermehrte Kronenverlichtung festzustellen. Als Indikatoren bei der Untersuchung gelten Nadel- oder Blattverlust sowie Vergilbung und Fruchtbildung. Auch der für Langenfeld und Monheim zuständige Revierförster Karl Zimmermann kann nicht unbedingt von einer positiven Entwicklung sprechen. "Allerdings hängt die Gesundheit der Bäume von vielerlei Faktoren ab, beispielsweise von Trockenheit und Bodenbeschaffenheit." Nicht zuletzt verursache auch ungewöhnlich hohe Luftfeuchtigkeit Pilzinfektionen auf Blättern und an jungen Trieben. Und der nur 2,5 Millimeter große Springrüssler, ein Käfer, schädige viele Buchen. Schon von jeher hat der heimische Wald eine mystische Ausstrahlung, die auch heute noch alle Sinne anspricht.

Quelle: RP
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