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Monheim
Gesundheitskarte: Monheim zahlt geringere Pauschale

Monheim. Nur 20 von 396 NRW-Kommunen haben sich bislang entschlossen, ihren Flüchtlingen eine Gesundheitskarte zu geben. Seit Anfang 2016 ist das möglich. Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hat mit elf Krankenkassen eine Vereinbarung zur Übernahme der Gesundheitsversorgung geschlossen.

Monheim war die erste Kommune, die die Einführung der Gesundheitskarte für derzeit 676 Flüchtlinge beschloss. Die Bilanz sei rundum positiv, erklärt Dietmar Marx, Abteilungsleiter Soziales: eine Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter, Ärzte haben weniger Rückfragen, die Kooperation mit der Krankenkasse läuft. Von den Inhabern wurde die Karte gern angenommen. Aber als die Fotos gemacht wurden, blickten die Flüchtlinge größtenteils eher finster drein: Wohl, weil sie nicht richtig verstanden, worum es ging, meint Marx. "Als ihre Karte kam, waren sie natürlich enttäuscht, wegen des grimmiges Gesichts auf dem Foto", sagt er. Im Monheimer Rathaus hat man spitz gerechnet und mit der Krankenkasse eine Pauschale von 130 Euro pro Flüchtling und Monat vereinbart. Nach dem ersten Quartal gab es Geld zurück. Falls der Abschlag nicht ausreicht, wird er erhöht. Viele Kommunen in NRW zahlen pro Flüchtling zunächst einen Abschlag von 200 Euro pro Monat auf zu erwartende Gesundheitskosten. "Es muss aufmerksam beobachtet werden, ob und in welchem Umfang die Verwendung der Gesundheitskarte anstelle des bisherigen Verfahrens zu höheren Ausgaben führt", sagt Helmut Dedy, stellvertretender Geschäftsführer des Städtetags NRW.

(dpa)
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