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Langenfeld
Grabschmuck: Heide im Trend, Gestecke weniger

Langenfeld: Grabschmuck: Heide im Trend, Gestecke weniger
Friedhofsgärtner Dirk Brenner war in den vergangenen Wochen mit dem Herrichten von Gräbern für den Winter und für Allerheiligen beschäftigt. FOTO: UM
Langenfeld. Im November ist es christlicher Brauch, die Gräber zu schmücken. Neben den Klassikern der Grabpflege gibt es auch einige neue Trends. Von H. Nitsche U. D. Audersch

Der November ist ein dunkler Monat - nicht nur wegen der Witterung, sondern auch im Kirchenkalender. Die Totengedenktage fallen in den letzten Monat des Kirchenjahres, das nicht mit dem 1. Januar, sondern mit dem 1. Advent beginnt. Allerdings beginnt der November zunächst mit einem Festtag, an dem aller Heiligen gedacht wird. Viele katholische Christen nutzen den Feiertag aber auch, um die Gräber ihrer Lieben zu besuchen - und die Ruhestätten auf Vordermann zu bringen. Eigentlich ist dafür der 2. November (Allerseelen) vorgesehen. Friedhofsandachten und Prozessionen sind an diesem Tag gang und gäbe. In der evangelischen Kirche ist das am Totensonntag (20. November) der Fall.

"Der Gedanke dahinter ist, dass der Verstorbenen gedacht und für sie gebetet wird, den Weg zu Gott zu finden", sagt Heinz-Peter Teller, Stadtdechant und Pfarrer an der katholischen Kirche St. Remigius in Opladen. Das sei auch der Grund für Lichter und Kerzen auf Gräbern. "Zudem dienen Blumen, Gewächse und Grabschmuck als Zeichen für das Leben nach dem Tod." Als eine "Botschaft der Hoffnung" umschreibt Teller den Brauch.

Der Friedhof am Birkenberg umfasst rund 20.000 Gräber. Etwa 1200 davon pflegt Dirk Brenner. Er führt seit 2009 die Friedhofsgärtnerei Küllenberg und kennt sich mit den Trends für Grabschmuck aus. "Besonders gefragt sind Strukturbeet-Bepflanzungen", sagt der 48-Jährige. Im Memoriam-Garten vor Ort seien im Grunde alle gefragten Arten der Grabpflege zu sehen. Im vergangenen Jahr wurde die Anlage mit einem Preis ausgezeichnet. "Gräser und Heiden sind unter anderem dafür gut geeignet." Als Beispiel nennt er die "Garden Girls". Dabei handelt es sich nicht um Mädchen mit Vorliebe für schöne Gärten, sondern um Heidegewächse. Sie trotzen Regen, Nebel und selbst Nachtfrost bis in den Winter hinein. "Außerdem gibt es sie in verschiedenen Farben", sagt Brenner. Rosa, Rot und Weiß in diversen Abstufungen sind unter anderem dabei. Von künstlich gefärbten Gewächsen hält er indes nichts. "Das hat nichts mit Natur zu tun."

Auch Urnengräber lassen sich demnach hübsch herrichten - auch wenn der Platz mit etwa einem Quadratmeter relativ gering ist. "Das muss man nicht mit einer Platte abdecken. Eine schöne und je nach Jahreszeit wechselnde Bepflanzung ist ebenfalls möglich", betont der Experte. Tannenabdeckung und Gestecke seien hingegen auf dem Rückzug.

Im "Blumenparadies" Bausch sind neben Gewächsen auch dekorative Accessoires für Gräber gefragt, sagt Gabriele Bausch. "Man kann nicht sagen, welcher Grabschmuck besonders beliebt ist. Das hängt ganz von dem eigenen Bedarf und Geschmack ab", ergänzt sie. Blumenschalen und bepflanzte Körbe werden den Interessenten nach Wunsch zusammengestellt. Gestecke aus Zapfen und Tannenzweigen halten der kalten Jahreszeit stand. Neben dem Schmuck aus der Natur gibt es auch noch kleine Herzen und Kerzen in Rot und Weiß.

Nach Tellers Einschätzung halten sich Erd- und Urnenbestattungen inzwischen in etwa die Waage. Eine Entwicklung, die seit Jahren andauert. Vielen ist die Grabpflege zu aufwendig. "In der heutigen Zeit ist eine Urnenbestattung für viele einfach praktischer", sagt der Geistliche.

Bei einem Kolumbarium gebe es nicht allzu viele Möglichkeiten der Verschönerung: "Man kann aber trotzdem ein Licht aufstellen oder Blumen ablegen."

Quelle: RP
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