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Langenfeld
Gratis-Parken adieu !

Langenfeld: Gratis-Parken adieu !
Parken zwischen Rathaus und Berliner Platz: So sind die etwa 1500 "bewirtschafteten" Stellplätze in der Stadtmitte von Langenfeld verteilt. FOTO: KLXM
Langenfeld. Statt "erste Stunde frei" soll es in Langenfeld ab April heißen: "Jede Stunde 50 Cent". Das kündigte die Verwaltungsspitze gestern im Rat an. Von Thomas Gutmann

Ein "gefragter Einkaufs-Ort", so heißt es in der aktuellen Stadtmarketing-Kampagne unter www.vorteil-langenfeld.de: "Über 1500 Parkplätze stehen in der Innenstadt zur Verfügung und das auch noch in der ersten Stunde kostenlos." Gratis-Parken – eines der Top-Argumente der städtischen Wirtschaftsförderung. Jahrelang galten die jährlich sechsstelligen Zuschüsse für die Parkraumbewirtschaftung im Rathaus als sakrosankt, wurden sie gegen immer wieder neue Abschaffungs-Anläufe besonders der Grünen verteidigt. Bis gestern Abend. Da verkündeten Bürgermeister Frank Schneider (CDU) und Kämmerer Detlev Müller einträchtig im Stadtrat: Innenstadt-Parken soll ab April 2013 auch in Langenfeld ab der ersten Stunde kostenpflichtig sein.

Die "neue Regelung", die der Rat nach dem Vorschlag der Verwaltung beschließen soll, sieht 50 Cent pro angefangener Parkstunde vor. Zurzeit sind es – nach Ablauf der 60 Gratis-Minuten – ein Euro pro Stunde. "Somit wird das Parken ab der zweiten Stunde ebenso preiswert wie bisher und ab der dritten Stunde sogar günstiger", warb Schneider in seiner Rede zur Einbringung des Haushalts für den Plan.

Da die große Mehrheit der Langenfelder Stellplatz-Nutzer nicht länger als eine Stunde zu parken pflegt, rechnet die Stadt mit einer Entlastung des Haushalts um jährlich rund 600 000 Euro: in Form von Mehreinnahmen (2013: etwa 150 000 Euro) sowie den Wegfall der bisherigen Subvention (440 000 Euro). Die Entlastung ist auch der Grund für den Schritt: Die Abschaffung des Gratis-Parkens soll dazu beitragen, dass Langenfeld trotz der Einbrüche bei den Gewerbesteuer-Einnahmen schuldenfrei bleibt (siehe Bericht oben).

Mit Blick auf den Einzelhandel, der von der Abkehr vom Gratis-Parken sicher nicht begeistert sein wird, wies Schneider auf die 180 000 Euro hin, mit denen die Stadt den Marketingverbund Kommit (City-Management/Handel) "weiterhin" unterstütze. Mit anderen Worten: Die 10 000 Euro Zuschusskürzung für Kommit, die der Etat-Entwurf vorsieht, hätte angesichts des Spardrucks leicht noch höher ausfallen können.

Der Bürgermeister definiert die Subvention fürs Gratis-Parken nun als Anschubfinanzierung: "Als die Stadt zur Jahrtausendwende die Förderung der Parkraumbewirtschaftung übernahm, war dies ohnehin als begrenzte Maßnahme vorgesehen, die so lange aufrechterhalten werden sollte, bis sich der Einkaufsstandort Innenstadt als Anziehungspunkt aus seinem Angebot heraus entwickelt habe." Dieses Ziel sei "zur Freude aller Beteiligten" inzwischen erreicht. "Die erste Stunde freies Parken ist ein schönes Beiwerk, das gerne mitgenommen wird", findet Schneider: "50 Cent in der ersten Stunde werden nicht dazu führen, dass sich Menschen in andere Städte orientieren."

(RP/ila)
 
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