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Langenfeld
Grüne Damen haben Zeit für Patienten

Langenfeld: Grüne Damen haben Zeit   für Patienten
Marianne Vauk und Anne Odenbeck sind als "Grüne Damen" im Krankenhaus St. Martinus unterwegs. FOTO: Matzerath, Ralph
Langenfeld. Das Richrather St.-Martinus-Krankenhaus sucht weitere ehrenamtliche Helfer für den Dienst am Nächsten. Von Petra Czyperek

"Manche Patienten erzählen mir sofort ihr ganzes Leben", sagt Anne Rodenbeck. Für andere besorgt die 66-Jährige rasch eine Kleinigkeit aus dem Kiosk im Erdgeschoss des St.-Martinus-Krankenhauses oder sie lädt deren Telefonkarte auf. Doch egal welchen Wunsch die ehrenamtliche Helferin auch erfüllt, für die Kranken ist es meistens eine Herzensangelegenheit, die den Aufenthalt in der Klinik angenehmer und erträglicher macht.

Die Langenfelderin ist eine von sieben "grünen Damen", die an verschiedenen Vormittagen in der Woche auf die Stationen gehen. Durch ihre hellen Kittel mit grünen Streifen sind die Ehrenamtlichen für alle gut zu erkennen. Die sieben Damen sind zwischen 60 und 80 Jahre alt und haben nach einem erfüllten Arbeits- und Familienleben noch Zeit und Energie Gutes zu tun. Männer sind nicht darunter. Sie wären aber durchaus gerne gesehen.

Anne Rodenbeck ist seit Januar im Ruhestand. Sie hat als Assistentin in der Verkaufsleitung gearbeitet und inzwischen erwachsene Kinder. Marianne Vauk (65) ist schon seit zweieinhalb Jahren regelmäßig in den Krankenzimmern der chirurgischen Station unterwegs. Damals ist ihre Mutter gestorben, der sie beim Einkaufen und bei Arztbesuchen viel geholfen hat. Jetzt macht sie Erledigungen für die Patienten. Kontaktfreudig müsse man sein, freundlich, aber in erster Linie einfühlsam, weiß die Baumbergerin. Inzwischen merkt sie schon, sobald sie ein Zimmer betritt, ob jemand Kontakt möchte oder lieber seine Ruhe haben will. "Hier liegen Patienten mit ganz verschiedenen Charakterzügen." Empathie sei im Umgang mit ihnen unerlässlich. Doch die meisten freuten sich, wenn sie Hilfe anbietet und Zeit mitbringt. "Sie möchten jemanden zum Sprechen haben." Und manchmal gelinge ihnen dies sogar leichter mit einer neutralen Person als mit nahen Angehörigen.

Viele bekommen aber nie Besuch, haben keine Familienmitglieder in der Nähe wohnen. Wichtig sei es in diesen Fällen, zuzuhören und Trost zu spenden. Wie bei einem Patienten, der mit der Diagnose Darmkrebs eingeliefert wurde - erst kurz zuvor war seine Frau gestorben. Als der große, kräftige Mann in Tränen ausbrach, musste auch Marianne Vauk erst einmal schlucken, bevor sie die richtigen Worte fand.

Weil die Gespräche mit den Patienten oft sehr nahe gehen können, tauschen sich die "grünen Damen" regelmäßig untereinander aus. Alle acht Wochen ist Robert Eiteneuer, Pastoralreferent am Richrather Krankenhaus, in der Runde mit dabei. "Und wir besuchen Fortbildungen, die das Krankenhaus trägt", betonen Marianne Vauk und Anne Rodenbeck. Beispielsweise lägen vermehrt Menschen mit Demenz in den Klinikbetten. "Im Umgang mit ihnen fehlt uns die Erfahrung. Deshalb holen wir uns auf Seminaren neue Impulse."

Manchmal werden die "grünen Damen" auch gefragt, ob sie Patienten nach der Entlassung zu Hause besuchen können. Weil das nicht vorgesehen ist, verweisen sie auf die Unterstützung durch Mitarbeiter des Sozialen Dienstes, die Haushaltshilfen oder Plätze in der Kurzzeitpflege vermitteln. Wer über die Besuche der Ehrenamtlichen hinaus Gesprächsbedarf hat, wird auf die "Hörmuschel", ein Angebot der evangelischen Kirche hingewiesen. Das Team bietet Alltagsgespräche am Telefon an (Kontakt: 9375969).

Die "grünen Damen" im Richrather Krankenhaus suchen weitere Mitstreiter. Diese melden sich bei Robert.Eiteneuer@stmartinus-langenfeld.de

Quelle: RP
 
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