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Langenfeld
H&M bleibt zunächst in Langenfeld

Langenfeld. Die Filiale in Langenfeld soll zumindest 2018 nicht geschlossen werden. Der Stadt ginge im Einkaufszentrum Sass ein Ankermieter verloren. Von Theophil Lappe und Heike Schoog

Beim schwedischen Textilhändler Hennes & Mauritz (H&M) bahnt sich ein Filialsterben an. Die Skandinavier haben im letzten Quartal des Ende November abgeschlossenen Geschäftsjahres zwar nur vier Prozent an Umsatz eingebüßt. Aber die Konsequenzen, die die Modekette ankündigt, sind gravierend: Die Zahl der Läden wird sich mittelfristig wohl deutlich verringern. Das H&M-Geschäft in Langenfeld ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht betroffen, teilt Unternehmenssprecherin Jennifer Kaz auf RP-Anfrage mit.

"In Deutschland werden im Laufe des Jahres 2018 insgesamt acht Geschäfte geschlossen", so Kaz. Gleichzeitig würden indes acht neue Geschäfte eröffnet. "Dies ist Bestandteil unserer kontinuierlichen Optimierung unseres bestehenden Storeportfolios, welches auch mit Umbauten und Neueröffnungen einhergeht." H&M beobachte stets, in welche Richtungen sich Kundenströme verlagern, wo neue spannende Einkaufszentren entstehen oder auch Geschäfte zusammengelegt werden könnten, "um unseren Kunden das bestmögliche Einkaufserlebnis zu bieten." Konkrete Umsatzzahlen für das Langenfelder Geschäft in der Fußgängerzone Solinger Straße wollte das Unternehmen nicht liefern.

"Wenn H&M den Standort schließt, würde eine riesige Lücke entstehen", kommentiert City-Manager Jan Christoph Zimmermann den Umbau der Unternehmensstruktur. Denn die Stadt hat lange darum gekämpft, die Modekette nach Langenfeld zu holen. Versuche der Wirtschaftsförderung, H&M in die Stadtgalerie zu holen, waren gescheitert. Dort ist C&A eingezogen. Im Marktkarree hat die Drogeriemarktkette Müller ein zweigeschossiges Ladenlokal gemietet. Umso glücklicher war die Stadt, dass H&M 2011 im Ladenzentrum "Sass am Markt" einzog, umgebauten ehemaligen Hertie-Kaufhaus. Denn laut Einzelhandelsgutachten aus dem Jahr 2002 war die Kette beliebt und von vielen Bürgern gewünscht.

Und heute? Während ein Weggang des schwedischen Modelabels für die Stadt den Verlust eines Einkaufsmagneten bedeutet, sehen es manche Kunden gelassener. "Ich fände eine Schließung nicht so schlimm", sagt die 17-jährige Kim Kunk. "Die Sportklamotten sind ja ganz gut aber der Rest ist nicht mein Geschmack. Außerdem stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht."

Dem Online-Handel gibt Alina Ibach nicht die Schuld an den Umsatzeinbrüchen. Sie kauft prinzipiell nur im Laden. Im Internet seien ihr die Kleidungsstücke zu realitätsfern, sagt sie. "Die Auswahl könnte variantenreicher sein. Zwar ist die Atmosphäre schön und die Verkäufer nett, doch bei H&M finde ich nichts, was zu meinem Kleidungsstil passt", findet die 18-Jährige. So wie Kim Kunk weicht sie lieber auf Geschäfte wie New Yorker und C&A aus. Alina Ibach erzählt aber auch von einer Freundin, die nur bei H&M einkauft.

Und wie sieht das mit Klamotten für junge Männer aus? "Nee, höchstens mal ein T-Shirt", sagt der 16-jährige Max Schäfer belustigt. "Die haben eher den Schwerpunkt auf Mädchenkleidung." Sein gleichaltriger Kumpel Gerit Oberkirsch sieht das anders. "Ich kaufe da meine Hosen. Die haben meine Größe und sind preislich in Ordnung. Für alles andere gehe ich lieber zu Jack&Jones oder Tom Tailor in Leverkusen." Beim Thema Online-Handel sind sich beide allerdings wieder einig. Sie gehen lieber in Läden, probieren Kleidungsstücke an und können so die Qualität besser überprüfen.

Quelle: RP
 
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