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Langenfeld
Handwerk will neue Vergabe-Regeln

Langenfeld. Handwerkspräsident Ehlert fürchtet mehr Schwarzarbeit.

Trotz der zurzeit gut laufenden Baukonjunktur hat das regionale Handwerk "mit zunehmenden strukturellen Problemen zu kämpfen", sagt NRW-Handwerkstagspräsident Andreas Ehlert. "Die klammen Kommunen vergeben ihr ohnehin stark geschrumpftes Auftragsvolumen strikter denn je nur noch an die jeweils billigsten Bieter", sagt Ehlert. Das führe dazu, dass Aufträge die Öffentliche Hand unter dem Strich teurer zu stehen kommen als bei der Auswahl eines besser qualifizierten, aber teureren Handwerksbetriebes. "Je seltener gut qualifizierte, reell kalkulierende Fachunternehmen den Zuschlag erhalten, desto häufiger ist nach unserer Beobachtung Nacharbeit fällig. Das ist sicher keine optimale Praktik im Sinne des Steuerzahlers", sagt der Handwerkspräsident. Gerade die gute Qualifikation der Fachbetriebe erweise sich im Bieterwettbewerb um öffentliche Aufträge für diese als größter Nachteil. "Eigene sozialversicherungspflichtige Fachkräfte und Auszubildende bringen höhere Fixkosten mit sich - für ein erfolgreiches Gebot offenbar zu hohe", meint Ehlert.

Die Folge dieser NRW-Vergabepraxis sei eine Zunahme der Schwarzarbeit. Das sei auch messbar. Die Strafen der Zollverwaltung seien zwischen 2008 und 2014 von 550 auf 800 Millionen Euro gestiegen. In einer neuen Studie fordert das NRW-Handwerk daher mehr Personal für die Bekämpfung der Schwarzarbeit, Anwesenheitslisten auf Baustellen, Barzahlungsverbote und eine zentrale Datenbank für Ausschreibungen.

Quelle: RP
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