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Langenfeld
Happy Birthday Neanderthalmuseum

Langenfeld: Happy Birthday Neanderthalmuseum
Prof. Dr. Gerd C. Weniger, Dr. Barbara Schock-Werner und Prof. Gert Kaiser (v.l.) vor den neuen Figuren im Neanderthal Museum. FOTO: Dietrich JanicKI
Langenfeld. Für rund 700.000 Euro hat sich das Museum ein "Update" gegönnt. Ab heute ist es für die Gäste geöffnet. Von Oliver Wiegand

Wenn Schüler hören, dass der nächste Klassenausflug ins Museum geht, klappen den Jungen und Mädchen schon mal die Mundwinkel runter. "Museum? Wie laaaaaangweilig" - mag da mancher denken. In den vergangenen 20 Jahren haben fast eine Million Schüler das am 10. Oktober 1996 eingeweihte Neanderthal Museum besucht. Aber langweilig war nur den allerwenigsten. Dafür gibt es im und um das Museum mit der Steinzeitwerkstatt einfach viel zu viel zu erleben, zu entdecken und zu forschen.

Die gute Nachricht nicht nur für Schüler: Das Museum ist seit heute noch interessanter und spannender geworden. Gestern wurde der 20. Geburtstag gefeiert und wie das bei einem runden Jubiläum so ist, kamen nicht nur geladene Gäste, sondern es gab es natürlich auch Geschenke. Rund 700 000 Euro investieren die NRW-Stiftung, der Landschaftsverband, der Kreis Mettmann und die Neanderthaler Gesellschaft in die Modernisierung des Museums. Klar, wer da im Mittelpunkt steht, oder?

Direkt gegenüber des heutigen Museums lebte vor rund 200.000 Jahren einer der berühmtesten Männer der Menschheit: Der 1856 von Steinbrucharbeitern entdeckte uns erst Jahre später durch Johann Carl Fuhlrott als Frühmensch erkannte so genannte "Homo sapiens neanderthalensis".

Längst gilt der Neandertaler als Symbol der Evolutionsgeschichte des Menschen und ist weltweit bekannt. Die Zeiten, in denen viele glaubten, der vor etwa 30.000 Jahren ausgestorbene Neandertaler sei eine so eine Art grunzender Halbaffe gewesen, sind schon lange vorbei. Heute wissen die Forscher, dass der Neandertaler sprechen konnte und ein geschickter Handwerker war, der sich eigene Werkzeuge herstellte und im Winter gerne warme Kleidung trug. Wenn wir mal ganz genau hinschauen sieht uns der Neandertaler ziemlich ähnlich. Die niederländischen Künstler und Präparatoren Alfons und Adrie Kennis haben es in der Vergangenheit schon mehrfach bewiesen, wie lebensnah sie lebensgroße Plastiken des Neandertalers herstellen können. Zum Geburtstag hat das Museum noch einmal sechs neue Figuren in Auftrag gegeben.

Die Besucher werden sich ab heute als ein Teil der großen Menschenfamilie fühlen können. Im einführenden Teil der Dauerausstellung "Eine Reise durch die Zeit" erwartet die Besucher eine neue Inszenierung. Eine raumgreifende Holzkonstruktion, die aus 300 Holzdreiecken besteht, stellt den menschlichen Stammbusch dar. Darauf stehen sechs äußerst realistische Rekonstruktionen unserer Vorfahren der Gebrüder Kennis. Sie erzählen über Audiotexte ihre Geschichten aus Etappen der Humanevolution. Die Besucher bewegen sich zwischen diesen Figuren und werden Teil des evolutionären Stammbuschs.

Ebenfalls neu ist das Spiegelkabinett. Darin begegnen die Gäste dem Neanderthaler, und sehen sich quasi mehrfach. "Dies versinnbildlicht unsere genetische Verwandtschaft. Darüber hinaus informiert dieses Ausstellungselement über die Ursachen des Aussterbens der Neanderthaler", sagt Bärbel Auffermann, stellvertretende Leiterin des Museums. Mit im "Update-Paket" sind ebenfalls neue Ausgrabungs- und Labormodelle, die nun im "ArchäoWunderland" zu sehen sind. Im Miniaturformat ist eine große Ausgrabungsfläche sowie eine Höhlengrabung zu sehen, auf denen fleißig gearbeitet wird. Wer in den Forscherboxen stöbert, kann Hintergrundinfos entdecken. Die Boxen erhalten zum Update eine neue Struktur, neue Objekte und vor allem eine Kinderebene mit spielerischen Elementen und Knochen zum Anfassen.

Am Ende des Rundgangs werden Menschen aus aller Welt in kurzen Filmen zu Wort kommen. Es geht um Grundfragen unserer Existenz mit, wie Glück, Liebe, Tod. Es geht u die Grundfragen des Museums, Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Die Fotostation bietet die Möglichkeit, sich inmitten der Menschenfamilie aufs Sofa zu setzen und ein Familienfoto als Erinnerung mitzunehmen. Und da soll noch einer sagen, Museen wären langweilig.

Quelle: RP
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