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Langenfeld
Hauptstraße: Erst 13 und schon ein Flickenteppich

Langenfeld. Die Hauptdurchgangsstraße in der Langenfelder City ist stellenweise marode. Die SPD fordert ein Ende der "ständigen Flickschusterei". Von Isabel Klaas

13 Jahre Lebenszeit sind für eine Straße nicht sehr viel. Sie sollte eigentlich 50 Jahre lang halten. Nicht so die Langenfelder Hauptstraße. Sie war schon kurze Zeit nach der Erneuerung 2003 streckenweise marode. Bereits 2009 fielen die ersten Reparaturen an. "Täglich etwa 200 Bussen und 6000 Autos beanspruchen die Fahrbahn enorm", stellte der damalige Referatsleiter Wolfgang Honskamp seinerzeit fest. Seit diesem Zeitpunkt gehören Baustellen immer mal wieder zum Stadtbild zwischen Stadthalle und Café Sticherling. Vor allem durch die von Bussen in beiden Richtungen genutzte Fahrbahn tun sich immer wieder Furchen im Betonpflaster auf.

Im städtischen Bau- und Verkehrsausschuss forderte SPD-Ratsherr Joachim Herzig jetzt, es müsse endlich Schluss sein mit der ständigen Flickschusterei. "Die Hauptstraße ist unser Aushängeschild. Ihre Sanierung sollte ein klarer Schwerpunkt sein. Sie muss in einen vernünftigen Zustand versetzt werden. Aber mit Sanierungen tun wir uns hier in unserer Stadt immer schwer." Der Sozialdemokrat forderte, zumindest einen Erinnerungsposten für Planungskosten in den städtischen Haushaltsplan einzusetzen. "Denn wir finden hier im Investitionsplan nix zur Hauptstraße."

Wenn die SPD auf eine "grundhafte Sanierung" aus sei, hieß es entgegnend aus der Verwaltung, solle sie bedenken, dass das möglicherweise eine Beitragspflicht der Anlieger bedeute. Und 70 Prozent von denen hätten schon beim Umbau 2003 Klage gegen die Kostenbeteiligung erhoben. "Da werden wir kaum auf Gegenliebe stoßen", sagte der städtische Verkehrsplaner Franz Frank. Auch die Gewährleistungsfrist des damaligen Bauunternehmens sei lange abgelaufen, ergänzte der Amtsleiter.

Aber die Bürger können doch nicht für das aufkommen, was bei den Bauarbeiten schiefgelaufen sei, protestierte Herzig: "Die Anlieger können wir auf keinen Fall belangen. Die können nix für den Mist, der hier gelaufen ist. Der Untergrund war einfach von Anfang an nicht in Ordnung. Aber wir können auch nicht jedes Jahr daran herumbasteln."

Zuletzt war vor gut drei Jahren eine größere Reparatur notwendig geworden. Besonders beansprucht sind immer wieder die Stellen, an denen Busse anhalten und anfahren, hatte Betriebshofchef Bastian Steinbacher damals gesagt. An einigen Pflastersteinen waren Ecken abgebrochen, so dass sie durch neue ersetzt werden mussten. Außerdem wurden offene Fugen saniert.

Am Donnerstagabend nun ließ die SPD sich erst einmal darauf ein, ihren Antrag zurückzuziehen. "Das sind Luxusprobleme, wir haben wichtigere Dinge zu tun, als eine tolle Hauptstraße zu schaffen. Zum Beispiel die Sanierung der Toilettenanlage im Konrad-Adenauer-Gymnasium", sagte zum Beispiel Johannes Spieth von den Grünen. So reich sei man nun auch wieder nicht. "Wir haben ein Defizit von 5,5 Millionen Euro." Tim Koessling (CDU) machte den Vorschlag: Die Verwaltung soll erst mal prüfen, was machbar sei. Man könne im nächsten Jahr Geld dafür lockermachen.

Quelle: RP
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