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Baumberg
Hauptstraße: Viele rasen trotz Tempo 30

Baumberg: Hauptstraße: Viele rasen trotz Tempo 30
An der unteren Hauptstraße gilt Tempo 30. Viele Autofahrer seien schneller unterwegs, klagen Anwohner. FOTO: Matzerath
Baumberg. Christine Scheurer und ihre Nachbarn haben in Baumberg 145 Unterschriften für Kontrollen und das Aufstellen von Pollern gesammelt Von Petra Czyperek

Christine Scheurer wohnt am unteren Ende der Hauptstraße in Baumberg, kurz bevor die Bebauung endet und die Straße stadtauswärts in einer Rechtskurve bergab in die Urdenbacher Kämpe geht. Von der aufwendigen Sanierung, die das viel befahrene Sträßchen in eine schmucke Dorfstraße verwandelt hat, profitiere man am Ortsausgang nicht. "Bei uns ist nichts gemacht worden", sagt die 52-Jährige. Das neue Pflaster ende an der Kreuzstraße. Dort gelte wie auch am unteren Abschnitt Tempo 30. "Nur bei uns hält sich da keiner dran", kritisiert die Baumbergerin.

Viele rasten vom Urdenbacher Weg aus Düsseldorf kommend mit 70 Stundenkilometern in den Ortsteil hinein und hinaus. Darunter auch Busse und Trecker mit voll beladenen Anhängern sowie Motorräder. Ihr Mann Karl und sie kämen oft kaum mit dem Auto aus der Tiefgarage. Insgesamt werde das Verhalten der Autofahrer immer rabiater, sagt Christine Scheurer. Auf der schmalen Hauptstraße führen sie an haltenden Bussen vorbei, obwohl Schulkinder ein- und aussteigen müssten. Das habe sie mehrfach beobachtet. Der Zebrastreifen werde außerdem täglich von Bewohnern des Peter-Hofer-Altenheimes überquert. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis dort ein schwerer Unfall passiere. "Ich möchte, dass dort häufiger kontrolliert wird", sagt die Anwohnerin. "Und ich möchte, dass dort Rampen oder Poller hinkommen, damit die Fahrer vom Gas gehen."

Von der Stadtverwaltung fühlt sie sich im Stich gelassen. "Bürgermeister und Kreis schieben die Verantwortung hin und her." Man habe beide Stellen bereits mehrfach kontaktiert und eingeladen, sich die Situation vor Ort einmal anzuschauen. "Leider ohne Erfolg." Sie habe sich jetzt an die Vertreter von SPD und FDP gewandt, die zugesagt hätten, ihr Anliegen in die zuständigen Fachausschüsse zu bringen. Um auf den Missstand hinzuweisen, hat Christine Scheurer außerdem mit Hilfe der Nachbarn 145 Unterschriften gesammelt.

"Die Hauptstraße ist eine Landstraße", sagt Andreas Apsel, städtischer Fachbereichsleiter Bauwesen. Straßenbaulastträger sei deshalb der Landesbetrieb Straßen in Nordrhein-Westfalen. Verkehrlich könnten durch die Verkehrsbehörde der Stadt aber Anordnungen getroffen werden, sofern sie sinnvoll und angezeigt seien. Sollten Poller oder Rampen gebaut werden, sei jedoch der Landesbetrieb für die Umsetzung zuständig.

Um den fließenden Verkehr kümmere sich die Polizei, die mit Messungen Verstöße ahnden könne. Eine Verkehrsüberwachung mit einem mobilen Blitzer müsse die Kreispolizei in Mettmann veranlassen. Andres Apsel will die Anregung an die Verkehrsbehörde weitergeben. Die Stadt könne aber erst einmal eine Woche lang elektronische Messungen über 24 Stunden täglich zur neutralen Überprüfung durchführen.

Quelle: RP
 
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