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Analyse
Haus Bürgel soll mehr Besucher locken

Analyse: Haus Bürgel soll mehr Besucher locken
Markus Kuller und Manfred Klein wollen das Römische Museum modernisieren, um mehr Besucher anzulocken. FOTO: Matzerath
Baumberg. Die touristischen Ausbaupläne der Stadt könnten in Konflikt mit dem Naturschutz geraten: Allein für zusätzliche Parkplätze fehlt die Fläche. Eine Finanzspritze erhofft sich die IG von der Anerkennung des Niedergermanischen Limes als Weltkulturerbe. Von D. Schmidt-Elmendorff

Haus Bürgel ist das Flaggschiff des Tourismuskonzeptes. Erstmals hat die Stadt in Markus Kuller, dem neuen Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, einen Fachmann für Tourismus und Marketing zum Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Urdenbacher Kämpe bestellt. Der 30-Jährige hat zuletzt für den Düsseldorfer Flughafen und die Marketing- und Tourismus GmbH gearbeitet. Für die IG, die übergangsweise die Geschäftsführung übernommen hatte, ist diese Personalie eine Erleichterung, weil die Organisation des Museumsbetriebes und die Verwaltung des gesamten Anwesens allein mit ehrenamtlichen Kräften kaum zu bewerkstelligen ist, so Vorsitzender Manfred Klein.

Bürgermeister Daniel Zimmermann wünscht sich, dass Haus Bürgel künftig noch mehr seine Magnetwirkung entfaltet - vor allem auf internationale Gäste, die über den Rhein nach Monheim kommen. Steigende Besucherzahlen soll unter anderem eine Erweiterung der Öffnungszeiten des Römischen Museums bringen. "Dann müsste aber auch die Infrastruktur an höhere Frequenzen angepasst werden", gibt Klein zu bedenken: Es müssten mehr Parkplätze geschaffen werden, dagegen spricht aber nicht nur der schiere Mangel an Fläche, sondern auch die sensible Lage in der Wasserschutzzone II. Außerdem müssten die Bahnen der Stadt Monheim dazu bewegt werden, die Taktzeiten der Linie 788 an den Wochenenden zu verdichten. Klein hält auch ein zumindest kleines Gastronomieangebot für notwendig. Auch müsste das museumspädagogische Angebot durch interaktive Elemente ergänzt werden. "Das erwarten die Leute heute von einem modernen Museumskonzept", so Klein. Ausbaufähig seien auch die Angebote für erwachsene Besucher, wobei sich aus dem Dreiklang der auf Haus Bürgel stationierten Einrichtungen "interessante Synergieeffekte schaffen ließen", findet Kuller, der künftig auch für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Allerdings seien die räumlichen Möglichkeiten begrenzt, wirft Klein ein. Es bestehe aber die Option, einen 150 Quadratmeter großen Raum über dem Pferdestall zu einem Multifunktionsraum umzugestalten. "Der könnte dann auch für Wechselausstellungen genutzt werden", erklärt Klein. Die Herrichtung würde etwa 100.000 Euro kosten.

Die nötigen finanziellen Mittel für eine Modernisierung des Museums erhofft sich der Vorstand von dem in Vorbereitung befindlichen Antrag der nördlichen Rheinanlieger, den Niedergermanischen Limes in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufzunehmen. Das einstige spätantike Kastell war Teil dieser Befestigungsanlage. Erst vergangenen Freitag tagte eine Arbeitsgruppe im Museum. "Haus Bürgel wäre dann einer von 27 Standorten", so Kuller.

Die IG als Nutzerin des Denkmals finanziert Unterhaltsmaßnahmen. Dafür bekommt sie von der Stiftung Teile der Pachteinnahmen. Die Höhe der Rücklagen beziffert Klein mit 80.000 Euro. Für Projekte, wie die Darstellung des Grundrisses der Maternuskapelle im Innenhof, habe die Stiftung NRW als Eigentümerin von Haus Bürgel weitere Mittel zugesagt. Das nächste Projekt nach der Getreidemühle ist der Nachbau eines Scorpios, eines Geschützes. Insgesamt wünscht sich Klein, dass "das Gleichgewicht zwischen Ökologie und einer verbesserten Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit gewahrt bleibt."

Quelle: RP
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