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Langenfeld/Leverkusen
Hier geht es am schnellsten in den ICE

Langenfeld/Leverkusen. Ab Dezember hält täglich am Abend ein von Berlin kommender Intercity-Express in Leverkusen. Weitere Haltepunkte. Von S. Fuhrmann, S. Genath, L. Hauser und S. Meisel

Der schnellste Zug der Deutschen Bahn, der Intercity-Express (ICE), stoppt mit dem neuen Winterfahrplan ab 11. Dezember erstmals in Leverkusen; allerdings nur einmal täglich am Abend - und auch nur in eine Fahrtrichtung. Der Zug aus Berlin (Abfahrt 16.52, über Hannover) wird - laut Fahrplan - immer um 21.19 Uhr Halt in Leverkusen-Mitte machen. Von dort aus fährt er über Deutz weiter bis nach Köln-Hauptbahnhof, wo der Zug endet. Langenfelder und Monheimer, die im ICE längere Strecken zurücklegen möchten, haben neben den Hauptbahnhöfen in Köln und Düsseldorf somit eine weitere Anschlussmöglichkeit in erreichbarer Nähe. Auch von Köln-Deutz oder Solingen aus fährt der ICE direkt in ferne Ziele wie etwa Wien, München, Basel oder Amsterdam (siehe Grafik).

Höhere Kosten kommen durch den neuen ICE-Stopp in Leverkusen-Wiesdorf nicht auf die Bahnfahrer zu. "Der Bahnhof Leverkusen-Mitte wird dadurch nicht in eine höhere Kategorie gestuft", teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage mit. "Es werden auch keine höheren Stationsgebühren in Rechnung gestellt."

Freilich, Nörgler werden schimpfen: Was nutzt ein ICE-Halt, wenn man mit dem Zug immer nur bis nach Köln kommt. Aber heimische Berlin-Fahrer haben immerhin einen kürzeren Rückweg. Und der Wunsch nach einem Halt ist im Leverkusener Rathaus seit Jahren da. 2009 meinte der damalige Oberbürgermeister Ernst Küchler bei der Taufe eines ICE auf den Namen Leverkusen: "An einem planmäßigen ICE-Halt in Leverkusen arbeiten wir weiter." Dies unterstrich der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach in einem Schreiben an den damaligen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Das Fehlen eines ICE-Halts sei mit ein Grund, dass Firmen wie Lanxess wegzögen.

Zwar keinen ICE-Halt, aber einen Haltepunkt für den geplanten schnellen Regionalzug Rhein-Ruhr-Express (RRX), fordert seit Jahren das Langenfelder Rathaus. Nach dem Vorschlag der städtischen Planer sollte eine RRX-Linie zwischen Köln und Düsseldorf abwechselnd in Langenfeld, Benrath, Leverkusen-Mitte und Köln-Mülheim halten, so dass diese vier Bahnhöfe ohne Zeitverlust für die RRX-Linie eine regionale Verbindung im Stundentakt hätten. Zuletzt hatte Bürgermeister Frank Schneider diese Forderung im April beim Bundesverkehrsminister in der Offenlage des Bundesverkehrswegeplans eingebracht. Doch im August beschloss das Bundeskabinett nur die Haltepunkte Benrath und Mülheim.

Weitere Änderungen durch den Winterfahrplan für Reisende, die Fernverbindungen ab Köln nutzen:

Mehr Züge in die Benelux-Staaten Die Bahn weitet ihr Angebot auf der ICE-Linie Frankfurt-Köln-Aachen-Brüssel um die Hälfte aus: Ab Dezember fahren abends und nachmittags je zwei zusätzliche Züge. Weitere Züge sollen freitags und sonntags jeweils am Mittag fahren. "Mit sechs bis sieben ICE pro Tag und Richtung entsteht ein nahezu durchgängiger Zweistundentakt", sagt ein Bahnsprecher. Zwischen Frankfurt, Köln und Amsterdam wird es täglich sieben, statt bislang sechs Direktzüge geben. Züge einer schnellen Frühverbindung mit Ankunft um 9.30 Uhr in Amsterdam halten in Köln, Düsseldorf, Duisburg und Oberhausen.

Mehr Nachtfahrten Der IC aus Hamburg, der bislang in Köln um 23.50 Uhr endete, wird über Bonn nach Basel (Ankunft: 6.22 Uhr) verlängert. "Damit bieten sich optimale Anschlüsse ins restliche Schweizer Netz und bis nach Mailand", sagt ein Sprecher der Bahn. Der Zug in die Gegenrichtung fährt um 23.13 Uhr aus Basel ab und kommt um 6.05 Uhr morgens in Köln an.

Halt in Bochum fällt weg Auf der IC-Strecke Stuttgart-Köln-Hamburg fällt Bochum weg. "Das soll auf der stark befahrenen Strecke für mehr Pünktlichkeit sorgen", so die Bahn.

Quelle: RP
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