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Langenfeld
Hier wird Kunststoff in Form gebracht

Langenfeld: Hier wird Kunststoff in Form gebracht
Karsten und Andrea van Holtum führen den Familienbetrieb in der zweiten Generation. Ihre Kunden greifen zurzeit verstärkt zu bunten Farben. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Im Langenfelder Familienbetrieb V+V Kunststoffe werden Platten auf Maß gesägt - computerunterstützt. Von Martin Mönikes

Wer in den letzten 40 Jahren in NRW eine Kunststoff-Terrassenüberdachung, Wintergarten oder Carport baute, oder sein Gebäude mit Kunststoff-Aluminiumplatten verkleidete, darf vermuten, dass die Einzelteile bei V+V Kunststoffe GmbH in der Siemensstraße passend zugeschnitten wurden. In der zweiten Generation führt dort geschäftsführender Gesellschafter Karsten von Holtum den von Vater Manfred 1974 in Hitdorf gegründeten Großhandel für Kunststoffhalbzeuge. "Unsere Kunden sind Bedachungsgroßhändler, Holz- und Baustoffhändler oder Einkaufsorganisationen", erklärt der 46-jährige Industriekaufmann.

Der Zwischenhandel macht Sinn, weil die Lieferanten wie Evonik oder Bayer die Stegplatten, Wellplatten oder ähnliches unterschiedlicher Dicke, Größe, Farbe und Güte nur lastzugweise ausliefern. Das 12.500 Quadratmeter große Gelände beherbergt eines der größten Kunststofflager in NRW. In der 4000 Quadratmeter großen Halle, die von LKW befahren werden kann, werden die bis zu 7 x 2,10 Meter großen Platten mit modernsten CNC-Sägen nach den Bedürfnissen der Händler geschnitten, dank schlauer Computer-Schnittpläne mit minimalen Verschnitt. Die Kunden können die Produkte verschiedener Hersteller sehen, insgesamt 5000 unterschiedliche Artikel stehen zur Auswahl. "Wir können schnell auf besondere Kundenwünsche, wie Sonderfarben, reagieren", benennt Andrea von Holtum, die sich um Werbung, Personal und Organisation kümmert, die Qualitäten des Unternehmens. Dies seien Vorteile eines mit 20 hochqualifizierten und langjährigen Mitarbeitern und zwei Azubis flexiblen Familienbetriebs.

Im Betrieb arbeiten auch einige Mitarbeiter der Werkstätten des Kreises. Sie ziehen Dichtungen in die Aluminiumprofile ein. "Es ist einfacher, die Mitarbeiter hierher zu holen, als das Material in die Werkstatt und zurück zu transportieren", erläutert von Holtum.

Die gute Baukonjunktur erfreut die von Holtums, "die Privatleute investieren verstärkt in ihre Immobilien". Im Ballungsgebiet Köln/Düsseldorf wird saniert, Fassaden werden gedämmt, und im Umland der Großstädte wächst die Nachfrage an hochwertigen Terrassenüberdachungen, Wintergärten oder Carports. Terrassen- und Balkonböden aus WPC-Bodendielen sind bei V+V der neuste Renner, "erspart Tropenholz, und bietet eine passende Erweiterung der Produktpalette". Als Trend vermehrt zu erkennen ist, dass die Architekten und Bauherren mutiger werden, "früher nur grau, weiß, anthrazit, jetzt leuchtende Farben bei den UV-beständigen Fassadentafeln." Auch die neuen Beleuchtungstechniken wie LED bieten interessante Gestaltungsmöglichkeiten.

Im Winter wird es ruhiger "ab Ostern kümmern sich die Kunden wieder um Terrasse und Garten", schmunzelt Andrea von Holtum. Für den Chef alljährlich die Gelegenheit, einem speziellen Hobby nachzugehen. Er "arbeitet" in den Kitzbühler Bergen als Skilehrer.

Quelle: RP
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