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Langenfeld
Hotels im Internet spitze

Langenfeld: Hotels im Internet spitze
Das Hotel am Berliner Platz in Langenfeld bekommt regelmäßig positive Bewertungen: Kristijan Beslic nutzt die einschlägigen Portale, da sie ihm eine gute Auslastung bringen. FOTO: Matzerath
Langenfeld. Für die örtlichen Hotels werden Buchungsplattformen wie HRS oder booking.com immer wichtiger. Allerdings üben diese durch Provisionen und Best-Price-Garantie auch Einfluss auf die Preisgestaltung aus. Von D. Schmidt-Elmendorff

Es ist ein zweischneidiges Schwert: Online-Portale sorgen in den örtlichen Hotels zwar für volle Betten, gleichzeitig steigt aber auch die Abhängigkeit der Hoteliers vom Netz. Nutznießer ist der Kunde, dem die Portale für sein Reiseziel eine schnelle Übersicht über die verfügbaren Hotelbetten einschließlich einer Best-Preis-Garantie und Kundenbewertungen zum Hotel verschaffen. Die Buchung ist dann nur noch eine Sache von Minuten.

Bei den beiden Branchenriesen, HRS und booking.com, die kürzlich im Test der Stiftung Warentest am besten abschnitten, werden die örtlichen Hotels bei einer Skala von eins bis zehn alle als "gut" bis "sehr gut" bewertet. Bei beiden Portalen ragt jedoch das Hotel am Berliner Platz heraus, weil es wegen der höchsten Punktzahl bei den Kundenbewertungen (booking.com: 8,8) per "Daumen-hoch-Button" ausdrücklich empfohlen wird. "Ich bin sehr stolz darauf, an erster Stelle genannt zu werden", sagt Hoteleigner Kristijan Beslic.

Als er das Haus vor vier Jahren mit sechs Zimmern eröffnete, verhalfen ihm die Portale zur nötigen Aufmerksamkeit und damit über die schwierige Gründungsphase hinweg. Nächstes Jahr wird er um weitere fünf Zimmer erweitern. Inzwischen verfüge er aber – wie die meisten Geschäftshotels – über einen festen Kundenstamm.

Online gegen Provision

Der Anteil der Online-Buchungen variiert von Hotel zu Hotel, im Schnitt wird heute jede fünfte Übernachtung laut einer Studie des Hotelverbandes Deutschland über ein Online-Portal gebucht. "Ohne geht es gar nicht mehr", sagen die Hoteliers in Langenfeld unisono. Und sie spüren den steigenden Druck. "Marktführer HRS hat erst jüngst seine Provision auf 15 Prozent des Umsatzes erhöht", berichtet Alexander Wagner, Geschäftsführer des Hotels Kappeler Hof (booking.com: 8,2). Das Businesshotel bezieht 25 Prozent seiner Buchungen aus dem Internet.

"Das Problem ist, dass wir die steigenden Provisionen nicht einfach durch Preiserhöhungen auffangen können", sagt Björn Bakowski, stellvertretender Geschäftsführer des Landhotels Lohmann (booking.com: 8,6), der den Online-Buchungsanteil mit 40 Prozent angibt. Auch die Best-Price-Garantie werde streng überwacht. "Ich darf meine Zimmer nirgendwo günstiger anbieten als bei HRS. Ich bestimme aber selber, wie viele Zimmer ich online anbiete", sagt Beslic.

Ein solches Unterbieten des online-Preises kann mit dem Ausschluss geahndet werden. Die Kundenbewertungen nehmen die Hotels sehr ernst. "Mängel versuchen wir zu beseitigen. Die Hinweise sind oft hilfreich, weil ich selber ja die Zimmer nicht bewohne", sagt Wagner. Ärgerlich findet er, wenn mit dem fehlenden Restaurant ein Mangel bezeichnet wird, der einem Hotel garni innewohnt. Insgesamt sei das Gästeaufkommen durch die Portale gestiegen, sagen die Hoteliers. Vor allem in Messezeiten werden Gäste aus dem Ausland verstärkt in die Nachbarstädte von Köln und Düsseldorf gelotst, sagt Bakowski.

(RP/rl)
 
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