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Langenfeld
Hubschrauberplatz: Die Entscheidung naht

Langenfeld. Unternehmer Gerhard Witte hält an seinem angefeindeten Vorhaben fest, Firmen-Helikopter an der Reusrather Dückeburg landen zu lassen. Von Stephan Meisel

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass Pläne für einen Hubschrauber-Landeplatz an der Dückeburg vor allem Reusrather empörten. Aber auch Langenfelder aus anderen Ortsteilen wendeten sich entschieden gegen das Vorhaben des Unternehmers Gerhard Witte, der auf der historischen Hofanlage inmitten der Reusrather Felder wohnt und mit der schnellen Erreichbarkeit von Kunden seiner Firma Control Expert argumentiert. Zuletzt ist es zwar still um dieses Thema geworden, doch das dürfte nur die Ruhe vor einem neuerlichen Proteststurm sein. "In diesem Verfahren ist die Prüfung weit vorangeschritten", sagte auf Anfrage bei der Bezirksregierung Sprecherin Stefanie Klockhaus. "Spätestens im Januar" werde die abschließende Entscheidung fallen.

Witte machte im Gespräch mit unserer Redaktion deutlich, dass er den bei der Bezirksregierung beantragten Hubschrauber-Landeplatz an seinem Domizil weiterhin für dringend nötig hält. Bei seinem auf elektronische Auftragsdaten-Verarbeitung von großen Konzernen spezialisierten Unternehmen mit 300 Mitarbeitern sei Tempo sehr wichtig. "Im Fall des Falles müssen wir vertragsgemäß ganz schnell bei unseren Kunden sein." Auch nach dem letztjährigen Firmenumzug innerhalb Langenfelds von der Hans-Böckler- an die Marie-Curie-Straße habe sich innerhalb des dortigen Gewerbegebiets keine Alternative dazu ergeben. "Dort ist zu wenig Platz und auch wegen der Hochspannungsleitungen können wir dort mit Hubschraubern nicht hin. Sonst hätten wir das schon längst gemacht."

Deswegen halte er an dem Landeplatz bei der Dückeburg fest, betonte Witte. Die ursprünglichen Pläne würden aber zurzeit in Abstimmung mit der Bezirksregierung geändert. Dem Vernehmen nach soll der 400 Quadratmeter große und auf zwei Helikopter mit jährlich 200 Starts und Landungen ausgelegte Hangar mit Flutlichtanlage entfallen und stattdessen der Hubschrauber in einer Remise der Dückeburg-Hofanlage untergestellt werden.

"Der Krach in diesem Naherholungsgebiet bleibt aber", sagt Karl Wilhelm Bergfeld, Ortsvorsitzender des Naturschutzbunds BUND. "Deswegen werden wir in unserem Widerstand auch nicht nachgeben." Gemeinsam mit Günter Striewe und anderen Mitstreitern einer Bürgerinitiative namens "Kein Hubschrauber-Landeplatz an der Dückeburg" hat Bergfeld nach eigenen Angaben etwa 1500 Unterschriften gesammelt. Außerdem hätten etliche Reusrather zu den öffentlich ausgelegten Plänen Einsprüche eingereicht.

Langenfelder Ratspolitiker und Stadtverwaltung haben nach Angaben von Chefplaner Ulrich Beul zwar über Wittes Antrag nicht zu entscheiden. Doch verwies er auf die vor zwei Jahren im Rathaus verfasste Stellungnahme an die Bezirksregierung. Darin hatte die Stadt eine vorrangige Suche nach Alternativen und eine Begrenzung der Starts auf maximal 100 im Jahr gefordert.

Quelle: RP
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