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Monheim
Hunde und Naturschutz? Das geht!

Monheim: Hunde und Naturschutz? Das geht!
Hundehalter starten gemeinsam mit Otto Bremm (Mitte) zu einer Führung durch die Urdenbacher Kämpe. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. In der Urdenbacher Kämpe gehen Hundehalter mit der Leiterin der Biologischen Station Elke Löpke, der Hundetrainerin Sylvia Spelsberg und dem Auenerlebnis-Begleiter Otto Bremm auf Entdeckungsreise. Von Andrea Bindmann

Vom Café Extratour am Wanderparkplatz in Urdenbach geht es los. "Die Urdenbacher Kämpe gehört zu den letzten, nicht eingedeichten und somit noch regelmäßig überfluteten Auenlandschaften am Niederrhein. Ein einzigartiger Lebensraum." So stimmt Elke Löpke die Teilnehmer auf die Wanderung ein.

Doch denen liegt statt Flora und Fauna etwas ganz anderes auf dem Herzen: "Können hier nicht mehr Mülleimer aufgestellt werden?", fragt eine Teilnehmerin. Otto Bremm kennt das Problem. Schließlich haben auch Hunde mal ein Bedürfnis. Und wer will schon kilometerweit Kotbeutel mit sich rumschleppen? Mülleimer würden aber ein neues Problem schaffen: "Um diese zu leeren, müssten regelmäßig Fahrzeuge durch die Kämpe fahren. "Wir sind für eine originelle Lösung offen", betont Elke Löpke. Sylvia Spelsberg, selbst Hundehalterin, wirbt um Verständnis: "Kühe und Pferde sind sehr wählerisch. Heu, das durch Hundekot verunreinigt ist, fressen sie nicht. Es ist für die Bauern verloren."

Während die Teilnehmer der Wanderung langsam durchweichen, grasen unbeirrt Kühe in den Auen. "Wer genau hinsieht, erkennt die Flutrinnen, die der Rhein in die Landschaft gegraben hat", erklärt Elke Löpke. Andere Tiere lassen sich bei der Witterung nicht blicken. Entspannung für die Hundehalter. Doch Sylvia Spelsberg weiß: "Wenn ein Hund erstmal Witterung aufgenommen hat, ist sein Jagdtrieb nicht mehr zu stoppen." Glücklicherweise bleiben Hasen und Kaninchen in ihrem Bau. Trotzdem empfiehlt die Hundetrainerin: "Auch in einer solchen Umgebung kann sich ein Hundehalter interessant machen und durch Spiele und Apportieraufgaben die Aufmerksamkeit in eine andere Richtung lenken."

"Leinen los" heißt es für die Hunde am Rheinufer. Bis jetzt mussten sie artig an der Leine laufen. Im Kiesbett dürfen sie toben und je nach Lust und Laune im Rhein baden. "Zur Brutzeit ist allerdings auch hier Vorsicht geboten", so Elke Löpke. "Der Flussregenpfeifer legt seine Eier kaum sichtbar ins Kiesbett." Außer ein paar Krähen, die das Weite suchen, ist jedoch keine potenzielle Beute in Sicht. Weiter geht es am Rhein entlang, wo Weiden das Ufer säumen. "Die sind so widerstandsfähig, dass das Hochwasser ihnen nichts anhaben kann", erklärt Löpke. Am Garather Bach hält die Wandergruppe Ausschau nach Eisvögeln. Neben rund 200 verschiedenen Tierarten, die in der Urdenbacher Kämpe beheimatet sind, zählen die Tierschützer inzwischen auch rund 20 Fischarten. Diese bieten Fischreihern und Eisvögeln einen gut gedeckten Tisch.

Die mittlerweile völlig durchnässte Truppe tritt den Rückweg an. Alle Teilnehmer sind sich einig: "Das war eine wertvolle Erfahrung." Die Hundehalter wissen nun, an welchen Stellen sie Rücksicht auf die Natur nehmen sollten und wo getobt werden darf. Sylvia Spelsberg betont noch einmal: "Einen Hund an die Leine zu nehmen ist keine Strafe. Die Leine bedeutet Sicherheit und Schutz und ist quasi die Nabelschnur zum Menschen." Das Werben um gegenseitige Rücksichtnahme ist angekommen.

Der Termin für die nächste Hundewanderung steht noch nicht fest. Infos unter www.auenblicke.de

Quelle: RP
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