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Margie Kinsky
"Ich bin verknallt in sieben Männer"

Monheim. Im Bürgerhaus verrät Kinsky in ihrem aktuellen Programm, wie es sich mit sieben Kerlen und einer 90-Jährigen lebt.

Frau Kinsky....

Kinsky Och, lass uns doch duzen, dat is netter. Ich bin die Margie!

Gerne! Also, Margie, wo erwische ich Dich gerade?

Kinsky Im Auto! Bill und ich kommen gerade von Luke - der hat heute Geburtstag, und wir haben ihm einen Maulwurf-Kuchen vorbeigebracht.

Mit Bill Mockridge hast Du 33 Springmaus- und ebenso viele Ehe-Jahre bestritten; auch eure sechs Söhne sind alle in der Comedy-, Theater- oder Fernseh-Branche. Geht man sich da nicht irgendwann gehörig auf den Wecker?

Kinsky Nee - ich bin immer noch tierisch verknallt in meine sieben Männer! Weil wir alle in der gleichen Branche sind, sprechen wir auch dieselbe Sprache.

Wobei ihr ja eher eine polyglotte Familie seid...

Kinsky Stimmt. Meine Mutter ist eine böhmische Gräfin, mein Vater italienischer Journalist, Bill kommt aus Kanada. Deshalb sprechen die Jungs mit Bill englisch, mit mir italienisch und wir alle zusammen deutsch. Na ja, und ich kann auch ein bisschen tschechisch - und auf Persisch fluchen!

Seit sechs Jahren bist Du solistisch unterwegs. Was ist da anders als bei der "Springmaus"?

Kinsky Meine Solo-Programme basieren auch auf Improvisationskunst - ich liebe es, auf Anregungen der Besucher zu reagieren! Aber ich habe nun viel mehr Verantwortung, weil ich ja die ganze Zeit präsent sein muss. Zugleich macht es mich auch ein bisschen stolz zu wissen, dass das Publikum meinetwegen da ist und nicht, weil ich ein Drittel oder Viertel "Springmaus" bin...

Wirst Du Dich in Baumberg auch schon vor dem Show-Beginn unters Volk mischen?

Kinsky Ja, das gehört zu meinem Programm! Das ist immer ganz witzig zu sehen, wie die Leute reagieren - dieses Geraune: "Dat isse doch!" Ich fand das als Jugendliche immer doof, wenn Schauspieler auf der Bühne so unnahbar waren und am Ende gleich wieder hinter dem Vorhang verschwanden. Da hab' ich mir gedacht: "Wenn ich mal groß bin, mache ich das anders!"

Was ist der Vorteil dieser bewussten Volksnähe?

Kinsky Du weißt dann, wie die Leute ticken! Ich quatsch die ja schon im Foyer an und bekomme auf diese Weise die ersten Impulse für meinen Einstieg. Das ist dann wie ein Abend unter Freunden, weil die Besucher mir ja nicht mehr fremd sind, wenn ich auf der Bühne stehe.

Dein aktuelles Programm thematisiert wieder etwas überspitzt den ganz normalen Alltags-Wahnsinn einer berufstätigen Mutter und besten Freundin. Warum kommt das so gut an?

Kinsky Mir hat mal eine Besucherin gesagt: "Sie sind so schrecklich ehrlich!" Ich denke, das ist es: Ich kann nicht wirklich schauspielern, sondern bin einfach authentisch. Das heißt, ich brülle auf der Bühne auch mal rum...

Zuhause etwa auch?!

Kinsky Ja klar, frag mal meine Söhne! Ich war eher die strenge Mama - zwar mit viel Herz, aber klar in der Ansage. Der Holzfäller (Vater Bill, die Red.) ist da lockerer...

Deine Familiengeschichten haben ja einen hohen Wiedererkennungseffekt. Wie ist es denn für Deine Männer und Deine Mutter, Bestandteil des Programms zu sein - früher und heute?

Kinsky Och, meine Söhne kennen ja nichts anderes. Ich hab' meine Schwangerschaften alle zwei Jahre so getaktet, dass das mit den Springmaus-Premieren irgendwie hingehauen hat. Die Säuglinge standen dann hinter der Bühne und wurden geschuckelt. Ich sag' immer: "Am siebten Tag schuf Gott die Oma!" Meine Mutter hat uns wirklich viel geholfen. Dafür integriert mich Luke, der ja auch Comedian ist, heute in seine Programme - und anschließend gehen die Kids, die zu ihm kommen, mit ihren Müttern in mein Programm!

Auf der Bühne redest Du zuweilen ohne Punkt und Komma. Gibt es auch etwas, das selbst dir die Sprache verschlägt?

Kinsky Wenn jemand in der ersten Reihe die ganze Zeit so unlustig guckt, obwohl ich doch so 'ne Nette bin! - Nee, mal im Ernst: Das, was heute zuweilen zur Flüchtlingspolitik abgesondert wird, macht mich echt sprachlos. Zumal meine Familie und ich ja selbst "Ausländer" sind, obwohl wir seit zig Jahren in Bonn leben. Und Angst ist auch keine Antwort auf Terrorismus!

Sondern?

Kinsky Spaß haben und glücklich sein! Denn Glück muss man gönnen können. Ich geb' meinem Publikum am Erde gern eine Hausaufgabe mit: "Sagt ,Ja' zum Leben und habt keine Angst, Fehler zu machen! Denn es gibt keine Fehler, sondern nur lustige Pannen." Gerade wir Frauen sollten uns das Leben leichter machen. Schließlich sind wir gesund, haben einen eigenen Kopf - und dürfen ihn sogar benutzen!

STEFANIE MERGEHENN STELLTE DIE FRAGEN

Quelle: RP
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