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Juliane Kreutzmann
"Ich bleibe der VHS und Langenfeld verbunden"

Juliane Kreutzmann: "Ich bleibe der VHS und Langenfeld verbunden"
Nach 21 Jahren an der Spitze der VHS ist Juliane Kreutzmann in den Ruhestand gegangen. Aber auch wenn sie in Benrath wohnt - Langenfeld wird sie erhalten bleiben, so als ehrenamtlich Engagierte im Förderverein Haus Graven. FOTO: Matzerath
Langenfeld. Die langjährige Leiterin der Volkshochschule ist seit dem Jahreswechsel im Ruhestand. Jetzt will sie selbst Kurse belegen - zum Beispiel Italienisch.

Frau Kreutzmann, war ihr letzter Arbeitstag als Leiterin der Volkshochschule Langenfeld eher traurig oder fröhlich?

Kreutzmann Beides. Man lässt so viel zurück. Nette Kollegen und Erinnerungen. Das fiel mir besonders beim Aufräumen meines Büros auf und macht mich etwas wehmütig. Andererseits freue ich mich auf ein selbstbestimmtes Leben.

Haben Sie einen Lebensplan für Ihre Rentenzeit?

Kreutzmann Auf jeden Fall gehe ich der Stadt nicht verloren. Langenfeld ist mein Leben und besonders die Menschen dort. Auch wenn ich in Benrath wohne.

Wie bleibt die Verbindung bestehen?

Kreutzmann Ich bin beispielsweise weiterhin im Vorstand des Fördervereins für die Wasserburg Haus Graven und beschäftige mich dort mit der Geschichte Langenfelds. Derzeit planen wir eine Ausstellung über die Pest.

Bleiben Sie auch der VHS ein wenig erhalten?

Kreutzmann Ja, ich werde die Studienreisen bei der VHS weiter betreuen und mitfahren. Und sicher selbst den einen oder anderen Kurs belegen. Italienisch zum Beispiel. Obwohl mir auch eine Smartphone-Schulung gut täte. Diese ganze Vernetzung muss ich jetzt erst mal lernen. Darüber hinaus bin ich schon gefragt worden, ob ich den Förderverein der Stadtbibliothek unterstütze. Und das werde ich bestimmt.

Gibt es noch ganz private Pläne?

Kreutzmann Ich werde Konzerte, Schauspiele und Kunstausstellungen besuchen, Lesungen hören und Walken gehen. Außerdem will ich mich, sozusagen als Ersatz-Oma, mehr um die Kinder meiner Nichte kümmern.

Erinnern Sie sich noch an Ihren Start in Langenfeld 1985?

Kreutzmann Oh ja, ich hatte eigentlich Geschichte, Geographie und Mathematik fürs Lehramt studiert und bekam dann aber keine Stelle. Aus diesem Grund habe ich mich hier als Lehrerin für ein Ausbildungsprojekt zur Hauswirtschafterin beworben. Das war eine sehr lustige Zeit, in der wir im Pavillon auf dem Sändchen viel improvisieren mussten.

Wie ging es weiter?

Kreutzmann Nach drei Jahren bot man mir eine feste Stelle bei der VHS an. Die Erwachsenenbildung hielt mir mit meinen Interessen und Fähigkeiten vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bereit. Als die ehemalige VHS-Leiterin Erika Knoff wegging, bot man mir die Leitung an.

Das hat Ihnen immer Spaß gemacht?

Kreutzmann Sehr. Wir haben alle Zahlen, die VHS betreffend, verdoppelt. Heute haben wir beispielsweise 200 Dozenten und 17.000 Teilnehmer pro Semester.

Hinzu kommen noch die städtischen Angestellten für Ihren Bereich. Dann haben Sie ja ein mittelständisches Unternehmen geführt?

Kreutzmann Das kann man so sagen - und wir arbeiten kundenorientiert.

Gab es besondere Herausforderungen?

Kreutzmann Zum Beispiel die Qualifiizierungs-Kurse für Flüchtlinge, die sehr zügig eingeführt werden mussten, um Zuschüsse zu bekommen. Dann die Einrichtung des Kulturbüros, das Kultur und VHS vernetzte, um kulturelle Vereine zu unterstützen und den Bürgern ein attraktives Angebot zu sichern. Dabei waren mir der Kulturkalender und die Einrichtung des Kartenvorverkaufs im Bürgerbüro besonders wichtig.

Und besonders schöne Erinnerungen?

Kreutzmann Die Reihe "Sommerakademie", die später leider aus finanziellen Gründen eingestampft wurde. Und die Zukunftsgespräche mit interessanten Persönlichkeiten unter der Leitung von Friedhelm Ost, Kohls Ex-Staatssekretär, oder Henning Scherf, Bremens Bürgermeister a. D. Und dann der Ankauf der Mack-Stele und die interessanten Gespräche mit dem Künstler.

Sie haben viel Lebenszeit in Langenfeld und im Rathaus verbracht?

Kreutzmann Sogar mehr als ich musste. Ich habe aus eigener Initiative vier Monate länger gearbeitet. Ich wollte das Jahr einfach voll machen mit seinem Haushaltsplan und der Übergabe an den kommissarischen Leiter Christian Fliegert. Das wurde mir genehmigt.

Haben Sie etwas aus Ihrem Büro mit nach Hause genommen?

Kreutzmann Nur ein paar Akten. Die Bilder in meinem Büro gehören der Artothek, die Skulpturen auch.

Gab es ein Geschenk von den Kollegen?

Kreutzmann Aber ja. Sie haben mir mein eigenes VHS-Programmheft geschrieben mit Kursen, die ich gut gebrauchen könnte. Etwa in Kalligraphie wegen meiner schrecklichen Handschrift. Dabei waren sie sehr kreativ und haben viel Spaß gehabt. Und ich beim Lesen erst.

ISABEL KLAAS FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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