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Willy Bitter
"Ich habe damals vor Freude im Kunstraum getanzt"

Langenfeld. HILDEN 1997 war Willy Bitters Ausstellung die erste im neuen Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64. Zur 20-Jahr-Feier stellt der Bildhauer dort ab dem 3. Dezember bis zum 7. Januar wieder aus. Sein Atelier, recht frostig und nur von einem bullernden Öfchen erwärmt, ist sehenswert. Zwischen Schweißarbeiten, Gemaltem und Schnitzereien, zwischen älteren Kunstwerken und aktuellen, noch verborgen unter Laken, beantwortete der Freigeist Fragen von Astrid Schoene.

Wie kam es dazu, dass Sie als erster Künstler im Kunstraum ausstellten?

BITTER Ich gewann 1996 bei einer jurierten Ausstellung im Bürgerhaus eine Einzelausstellung. Für die brauchte ich mehr Platz. Im Kulturamt erkundigte ich mich nach dem neuen Raum im Gewerbepark-Süd und schaute ihn mir an.

Sie gaben dem Kunstraum seinen Namen. Wie empfanden Sie ihn?

BITTER Ich sah ihn, und ich war begeistert. So fasziniert, dass ich in dem riesigen Raum vor Freude getanzt habe.

Ihre neue Ausstellung im Kunstraum heißt "Bittergedanken". Warum?

BITTER Für mich ist das Sehen nur eine Notwendigkeit, eine Technik. Die Gedanken sind für mich das Wichtigste. Was ich sehe, transportiere ich in meine Gedanken.

1997 - 2017. Hatten Sie vor 20 Jahren ein anderes Kunstverständnis?

BITTER Nein, glaub ich nicht. Schon sehr früh in meinem Leben fühlte ich, dass das, was ich mache, eine Wirkung hat. So wird der Gleichklang vom Macher über das Werk zum Betrachter eine Einheit.

Wenn Sie zurückblicken. Gibt es jemanden, der Sie beeinflusst hat?

BITTER (lacht)Ja, so einige. Unter anderem Josef Beuys, mit seiner Begeisterung, seinem Verständnis für bestimmte Materialien, wie Filz und Fett.

Arbeiten Sie noch mit den gleichen handwerklichen Techniken wie früher?

BITTER Ja. Schauen Sie auf die Werkzeuge hier. Die gibt es schon ewig hier. Meine Arbeiten sind abhängig von bestimmten Zeiten, von Gedanken und Eindrücken. Ich liebe das Experimentieren. Und ich erlebe immer wieder Neues, das ich in den Werken umsetze.

Sie waren Lehrer, Dozent, haben so einiges in Ihrem Leben gemacht. Hat Sie das in Sachen Kunst geprägt?

BITTER Ja, das Lehren und besonders das Schreinern, mein Leben als Tischler. So ein Schreiner bin ich immer noch. Das Schreinern ist eben die Mutter des Handwerks, die Königsdisziplin. (Er lacht).

Gibt Ihre Kunst Rätsel auf?

BITTER Nein. Sie soll zum Dialog auffordern. Ich möchte die Menschen mit meiner Kunst berühren. Keiner kann Kunst für sich selbst machen. Er ist angewiesen auf die Reflexion des Betrachters.

Quelle: RP
 
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