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Langenfeld
Ihre Schule wird 50

Langenfeld. In dieser Woche ist alles anders an der Kopernikus-Realschule in Langenfeld. 573 Schüler und 37 Lehrer befinden sich in einer Art Ausnahmezustand - die Schule feiert Jubiläum. Von Viola Gräfenstein

Maximilian Schmidt besucht die 10. Klasse der Kopernikus-Realschule. Der 15-Jährige wird heute den Festakt zum 50. Geburtstag der Schule moderieren. "Ich will später einmal Journalist werden. Hier darf ich schon einmal Erfahrungen während der Projektwoche sammeln - das ist toll", sagt Maximilian. Auch Justin Liersch ist von den Möglichkeiten an der "Kop" begeistert. Als Reporter durfte er für die Chronik Texte schreiben und sich als Berater um die Filmtechnik in der Reporter-AG kümmern. "So kann ich in viele verschiedene Bereiche reinschnuppern", freut sich der 15-Jährige, der außerdem im Kop-Shop, dem schuleigenen Kiosk, kaufmännisches Wissen erwirbt.

"Der Kiosk kommt bei den Kindern gut an, sie lernen etwas über das tägliche Leben", sagt Schulleiter Frank Theis. Und genau das ist es, was die Realschule an der Immigrather Straße ausmacht. Die Kinder sollen ausprobieren, entdecken und sich selbst finden Dabei stehen Disziplin und Leistung im Vordergrund. So gibt es zahlreiche Wettbewerbe wie die Kopernikiade, in der sich die Kinder sportlich messen können, sowie einen Lesewettbewerb. Außerdem werden die Besten am Ende eines Schuljahres prämiert. "Das Lernen hat bei uns einen hohen Stellenwert", sagt Theis.

Die Schüler an der Kop dürfen bei vielen Entscheidungen mitreden, aber es gibt ein paar klare Regeln: "Mit Kappe oder bauchfrei ist bei uns nicht. Unser Profil ist: Wir sind berufswahlorientiert, klein, kümmernd und erfolgreich", sagt Theis. Das Prinzip habe sich bewährt. Viele Schüler wechselten später aufs Gymnasium, vor allem zum Kooperationspartner KAG. Es gebe Kinder, die sich trotz Gymnasialempfehlung für die Kop entschieden hätten. "Die Kinder haben so noch genügend Zeit für ihre Hobbys, Sport oder Musik, und das melden sie uns auch zurück".

Theis' Vorgängerin Sigrid Scheibe leitete die Schule 21 Jahre lang, von 1989 bis 2010. "Ich habe Schule immer so verstanden, dass sie Mitwirkung ist, dass sich jeder damit identifizieren kann. Daran mitzuwirken hat mir große Freude gemacht", sagt sie. "Wir haben das erste Schülerpraktikum an der Realschule entwickelt", berichtet Scheibe. Seitdem gibt es ein Netzwerk an Kooperationen mit Firmen und der Stadt. Die Früchte sind etwa Praktika und ein Berufswahl-Orientierungsbüro.

Auch die Schüler haben seit der Gründung 1965 ihren Teil zum Erfolg der Schule beigetragen, etwa mit einem "Outdoor-Klassenraum". Angetan ist Frank Theis auch vom Engagement der Eltern. Petra Hofmann etwa kümmert sich seit sieben Jahren ehrenamtlich um die Cafeteria. "Das macht mir Spaß, weil alles gemeinsam funktioniert", sagt die Mutter zweier Töchter. Auch Regina Roderer ist von der Kop begeistert. Die frühere Pflegschaftsvorsitzende hatte drei Kinder an der Schule. Alle drei befinden sich in Ausbildungen. "Die Schule hat hier die Fähigkeiten meiner Kinder erkannt. Jedes Kind lernt etwas, was seinen Begabungen entspricht."

Für die Zukunft wünscht sich Frank Theis deshalb vor allem eins: "Wir hoffen, uns als Realschule in der Bildungslandschaft verteidigen zu können."

Quelle: RP
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