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Langenfeld
Im Rat heute Schlagabtausch über Windräder in Reusrath

Langenfeld. In öffentlicher Sitzung dürfen sich vor dem Beschluss zur Höhengrenze neben Politikern auch Bürger äußern. Von Stephan Meisel

Für diese Vorhersage muss Bürgermeister Frank Schneider (CDU) wahrlich kein Hellseher sein: "Das wird sicher eine muntere Ratssitzung", meinte er mit Blick auf die heute Abend anstehende Debatte der Stadtpolitiker über Windkraftanlagen. Doch zu weiteren Prophezeiungen - etwa über den Ausgang der Abstimmung - ließ sich der Bürgermeister gestern nicht hinreißen. Wie berichtet, beschließen die Ratsmitglieder in der öffentlichen Sitzung (ab 18 Uhr, Bürgersaal) über Schneiders Vorstoß, die für den Bau von Windrädern in Reusraths Süden festgelegte Höhengrenze von 100 Meter auf 150 zu erweitern; weil die Anlagen nur dann für Investoren wirtschaftlich seien. Nicht nur Politiker sollen in der heutigen Debatte Rederecht bekommen, sondern auch Langenfelder Bürger im Publikum - Windkraftgegner oder Windkraftbefürworter.

Dass dem Vernehmen nach aus der CDU-Mehrheitsfraktion Gegenstimmen zu erwarten sind, mochte Schneider nicht bewerten. Mit eigenen Anträgen fordern zudem BGL und FDP den Fortbestand der 100-Meter-Grenze. Gerold Wenzens (BGL) erkennt wegen des gegen die Langenfelder 100-Meter-Grenze laufenden Gerichtsverfahrens "keinen Handlungsbedarf", auch Frank Noack (FDP) sieht für eine Änderung "keinen triftigen Grund". Hingegen beantragen die Grünen, die für Windkraft-Investoren hinderliche Höhenbegrenzung ganz zu kippen. Wie die CDU hat auch die SPD keinen eigenen Ratsantrag gestellt, doch die von Schneider vorgeschlagene Änderung der 100-Meter-Marke als "überfällig" (SPD-Fraktionschef Sascha Steinfels) bezeichnet. Schneider gab sich trotz der zu erwartenden Gegenstimmen gelassen: "Der Stadtrat hatte ja das Klimaschutz-Konzept mit der Aussage, Windkraft-Anlagen in Langenfeld ermöglichen zu wollen, einstimmig beschlossen. Danach müsste ja nunmehr der Beschluss, sehr eindeutig ausfallen." Zumal Langenfelder Bürger Anteile erwerben und damit Dividenden erzielen könnten.

Um auch die Windkraft-Gegner der Bürgerinitiative "Ruhiger Horizont Reusrath", beziehungsweise Befürworter zu Wort kommen zu lassen, wird Schneider die Sitzung formell unterbrechen. "Ich will, dass der Rat unabhängig vom Gerichtsverfahren sagt, ob er Windenergie will oder nicht." Verließen sich die Politiker allein auf das Urteil des Gerichts und werfe dieses der Stadt Langenfeld eine Verhinderungsstrategie vor, dann würde "vielleicht der Bau von 200 Meter hohen Windrädern möglich".

Quelle: RP
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