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Buchen sind krank
In Langenfeld sollen Uralt-Bäume gefällt werden

Buchen sind krank: In Langenfeld sollen Uralt-Bäume gefällt werden
Gut 200 Jahre alt ist die Buche. FOTO: mei
Langenfeld. Traurig, aber wahr: Im Galkhausener Wäldchen nahe der LVR-Klinik sollen in Kürze zehn mächtige Buchen abgeholzt werden, die allesamt über 120 Jahre alt sind. Von Stephan Meisel

"Es geht leider nicht anders", sagte Revierförster Karl Zimmermann (60), als er gemeinsam mit unserer Zeitung die nach seiner Ansicht zu fällenden Baumriesen besichtigte. Darunter ist auch eine nach seiner Schätzung etwa 200 Jahre alte Buche, die als Naturdenkmal eingetragen ist.

"Fußgänger und Radfahrer könnten gefährdet werden", befand Zimmermann. Deswegen seien die von ihm mit blauer Farbe auf den Stämmen entsprechend gekennzeichneten Buchen zu entfernen. Aus 200 Meter Entfernung von der Alten Schulstraße aus sind die Schäden zu erkennen: Anders als die umgebenden hohen Bäume des Wäldchens entlang des Klinikgeländes haben die Kronen der neun bis zu 150 Jahre alten Buchen kaum mehr Blätter. "Wenn sie in dieser Weise von oben nach unten absterben, dann liegt das sicher am Wasser", sagte Zimmermann, der sich in Diensten des Regionalforstamts Bergisches Land seit fünf Jahren hoheitlich und wirtschaftlich auch um Langenfelder Waldgebiete kümmert. Er vermute, dass eine Schicht im Boden verhindert habe, dass sich an den Buchen tiefe Wurzeln ins Grundwasser ausbilden konnten. "Je älter solche Buchen sind, umso empfindlicher sind sie. Im extrem trockenen Frühjahr 2017, als sie Wasser brauchten, kamen ihre Wurzeln nicht runter."

Förster Karl Zimmermann deutet auf die erkennbar kahlen Baumkronen der über 120 Jahre alten Buchen nahe der LVR-Klinik FOTO: RALPH MATZERATH

Könnte das etwa an den tief gegründeten Bauarbeiten auf dem Klinikgelände liegen, wo in Sichtweite die neue Allgemeinpsychiatrie errichtet wird? "So einen Zusammenhang möchte ich nicht herstellen", entgegnete Zimmermann. Denn tiefe Wurzeln habe auch die vor diesen Bauarbeiten bei einem Sturm umgekippte Eiche nicht, die direkt daneben samt Wurzelwerk als Totholz für Kleinstlebewesen liegengelassen wurde. Auch wenn Buchen theoretisch bis etwa 300 Jahre alt werden könnten, sei überdies irgendwann das Lebensende erreicht. "Auch wir Menschen werden ja nicht alle 110 Jahre alt."

Bei dem direkt jenseits der A 542 stehenden Naturdenkmal sei dies nicht anders. Im letzten Winter sei einer der beiden Hauptäste mit der Hälfte der Krone rausgebrochen. "Es zeigte sich, dass er innen tot war." Die große Wunde dieser 200 Jahre alten Buche lasse sich nicht mehr heilen. Weil ein Weg direkt vorbei führt, werde sie sicherheitshalber gefällt.

"Ich vertraue auf die Einschätzung und das fachmännische Urteil von Förster Zimmermann", sagte auf Anfrage der Langenfelder Ortsvorsitzende des Naturschutzbunds BUND, Karl Wilhelm Bergfeld. "Er versteht was von seinem Fach." Im übrigen habe die Forstwirtschaft ja das Recht, Bäume zu fällen. "Ich werde mich jedenfalls an keine der Buchen ketten, um sie zu retten."

Quelle: RP
 
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