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Thomas Antkowiak
"Insgesamt soll die Kirche einladender wirken"

Langenfeld. Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Josef und Martin ist Geschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor.

Die neue Großgemeinde St. Josef und Martin entstand beginnend vor rund zehn Jahren aus acht bis dahin selbstständigen Gemeinden. Gemeindemitglieder und interessierte Öffentlichkeit erleben aktuell die Diskussion um die geplanten Neubauten am neuen, auch geographischen Gemeindemittelpunkt, das neben der Kirche St. Josef errichtet wird. Über das neue pastorale Konzept der Katholiken in Langenfeld, sprach die RP mit Thomas Antkowiak, seit 2013 Vorsitzender des Pfarrgemeinderats (PGR). Hauptberuflich arbeitet der 60-jährige Jurist als Geschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor in Aachen.

Die Strukturen christlichen Lebens ändern sich, auch in Langenfeld, Stichworte: Priestermangel, kaum zehn Prozent Kirchgänger. Welche pastorale Idee steckt hinter den Anforderungen an das neue Gemeindezentrum?

Antkowiak Den über Jahre dauernde Prozess des Zusammenwachsens prägten Diskussionen, bei denen es um die zukünftigen Wechselbeziehungen zwischen den ehemaligen Gemeinden, heute Kirchorte, und der neuen "Großpfarrei" ging. Insgesamt soll die Kirche einladender wirken, und jeder Kirchort soll dazu seinen Teil beitragen.

Das heißt?

Antkowiak Es gibt zum Beispiel an einzelnen Orten erfolgreiche Angebote an junge Familien, andere leisten besonders qualifizierte Seniorenarbeit. Bis zum Frühjahr gehen an den Kirchorten dreiköpfige Kerngruppen - bestehend aus Mitgliedern des Ortausschuss, Pastoralteams und PGR - gemeinsam mit bereits bekannten Aktiven und neuen Interessenten der Frage nach: Was können wir besonders gut? Das Gerüst soll bis Ostern 2016 stehen.

Wie berührt das neue pastorale Konzept den Neubau des Gemeindezentrums?

Antkowiak Der Neubau soll helfen, Präsenz zu zeigen. Wir möchten mit vielen Menschen unserer Stadt - Christen wie Andersgläubigen - in Kontakt treten, die Stadtmitte gestalten und einen Beitrag zur offenen Kommunikation leisten. Deshalb favorisiere ich auch das Modell, bei dem das Zentrum spürbar in die Solinger Straße hineinragt.

Sind die Vorbehalte gegen die Fusion weniger geworden?

Antkowiak Ja, es ist spürbare Energie gewachsen, den unvermeidbaren Wandel zu gestalten. Einige haben leider viel Zeit damit verbracht, unglücklich zu sein. In einem jüngeren Kirchenlied heißt es "Die Sache Jesu bracht Begeisterung". Wir können andere nicht begeistern, wenn wir selbst traurig und mutlos sind. Es gibt sichtbare Fortschritte, die gemeinsame Fronleichnamsprozession wird angenommen. Am 12. Juni werden wir im Umfeld von St. Josef erstmals ein gemeinsames Pfarrfest feiern, aber auch an den anderen Kirchtürmen wird auch in Zukunft gefeiert werden.

Wie feiern Sie Weihnachten?

Antkowiak Ganz klassisch, die Familie trifft sich, auch die entfernt lebende Tochter. Wir besuchen die "Mette am Markt", die auch Menschen anzieht, für die Gott irgendwie zu Weihnachten gehört, sich aber nicht über die Kirchenschwelle trauen. Dann folgt die Bescherung, und am 1. Weihnachtstag besuchen wir den Gottesdienst in der Christus-König-Kirche, in dem meine Ehefrau Helga im Laudate-Chor mitwirkt.

DIE FRAGEN STELLTE MARTIN MÖNIKES

Quelle: RP
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