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Langenfeld
Integrationsrat spricht über Schulfach Arabisch

Langenfeld. Zwei Listen haben beantragt, dass Stadtverwaltung Möglichkeiten prüfen soll. Fachbereichsleiter winkt ab.

Mit den Möglichkeiten, in Langenfeld einen muttersprachlichen Unterricht in arabischer Sprache anzubieten, befassen sich die Mitglieder des Integrationsrats in ihrer heutigen Sitzung (ab 18 Uhr, Ratssaal 187). Salvatore Di Gangi (Internationale Liste) und Slavica Dahmen (Soziale Liste) wollen mit ihrem gemeinsamen Antrag erreichen, dass die Stadtverwaltung die Möglichkeiten hierfür prüft. Beide begründen ihren gemeinsamen Vorstoß damit, dass Flüchtlingskinder aus dem arabischsprachigen Raum im Falle einer Rückkehr in ihre Heimatländer Schwierigkeiten bekämen, wenn sie an Langenfelder Schulen nur das lateinische Alphabet vermittelt bekommen. Di Gangi und Dahmen verweisen auf Studien der NRW-Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen, nach denen sich muttersprachlicher Unterricht positiv auf die gesamte Schullaufbahn auswirkt.

Der städtische Fachbereichsleiter Ulrich Moenen argumentierte auf Nachfrage unserer Redaktion aber gegen den genannten Vorstoß. "Damit sich aus anderen Staaten nach Langenfeld zugewanderte Kinder und Jugendliche integrieren, müssen sie möglichst schnell Deutsch lernen. Das ist nach wie vor der Schlüssel dafür, dass sie in Kitas und Schulen Anschluss bekommen, mithalten und überhaupt zurecht kommen." Zwar hält es Moenen grundsätzlich für gut, wenn die in Langenfeld ansässigen Kulturvereine verschiedener Nationen auch muttersprachliche Angebote machten, allerdings nur ergänzend. Die Förderung der deutschen Sprache habe Priorität. "Dazu haben sich etwa die Erzieherinnen aller Langenfelder Kitas in eineinhalb Jahre langen Lehrgängen fortgebildet, bei Kindern den Wortschatz zu erweitern und das Sprachgefühl zu verbessern. Und hierbei haben sie alle Mädchen und Jungen im Blick, nicht nur Migrantenkinder."

Nach Moenens Worten ist muttersprachlicher Unterricht in arabischer Sprache an Langenfelder Schulen nicht machbar. "Wer soll das unterrichten? Und was ist mit Persisch oder Paschtunisch?" Zum deutschen Bildungssystem gehörten ja weitere Fremdsprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch oder Latein, merkte Moenen an. "Und das ist auch der richtige Weg."

(mei)
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