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Langenfeld
IT-Controller managte früher Hochzeiten

Langenfeld: IT-Controller managte früher Hochzeiten
Falko Tschöke in der Lobby des Lanxess-Towers in Köln-Deutz. Der 29-Jährige verantwortet die finanzielle Steuerung der IT des Konzerns. FOTO: R. Matzerath
Langenfeld. Schon als Jugendlicher organisierte Falko Tschöke diverse Veranstaltungen, Hochzeiten und auch mal den Tag der offenen Tür im Jugendzentrum Ratingen. In acht Jahren kletterte der 29-Jährige die Karriereleiter nach oben. Heute ist er der Leiter Global IT Controlling bei Lanxess. Ein Aufstieg in drei Akten. Von Uwe Reimann

1. Akt Eigentlich ist Falko Tschöke aus Ratingen vor mehr als zehn Jahren ein ganz normaler Junge, der sich auf dem Carl-Friedrich-von- Weizsäcker-Gymnasium aufs Abitur vorbereitet. Nicht ganz. Der pfiffige Tschöke spürte früh, dass sich die schönsten Abende für Jugendliche auch bezahlt machen können. Er plante zum Beispiel den Tag der offenen Tür im Jugendzentrum, Jugendfreizeiten und organisierte Hochzeiten oft als Chef hinter den Kulissen. "Ich hatte immer Spaß daran, etwas auf die Beine zu stellen", sagt der gebürtige Düsseldorfer, der in der Nachbarstadt aufwuchs. Selbstbewusst entwickelte er so vor allem Problemlösungen. Und die sollten mal ganz wichtig werden, nachdem Tschöke 2007 das Abitur in der Tasche hatte.

2. Akt Zielstrebig schaute Tschöke sich danach um, welchen Weg er beruflich einschlagen will. Er schaute genau hin, fragte nach und plante seine Karriere genau. "Ich wollte unbedingt ein duales Studium machen, um Theorie und Praxis zu vereinen", sagt er. "Ich googelte mich durch die deutsche Industrie und bewarb mich schließlich bei Bayer", das ihm nach erfolgreichem Assessment-Center eine Stelle bei dem neu ausgegliederten Chemieunternehmen Lanxess anbot. "Den Neuaufbau eines Unternehmens zu begleiten und die nicht unerhebliche Größe, die Mitarbeitern verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten bietet, waren entscheidend", sagt Tschöke.

Gleichzeitig studierte er International Business an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW). Ab da hatte die Woche nur noch einen freien Tag, erzählt er und lacht. "Ich habe am Wochenende manches nachgearbeitet und vertieft. Natürlich war es erst einmal eine Umstellung nur noch einen Tag pro Woche frei zu haben, aber ich würde es wieder genau so machen."

Mit dem heutigen FHDW-Leiter in Mettmann, Prof. Dr. Andreas Brandt, fand Tschöke einen Berater, der die Zielstrebigkeit des jungen Mannes erkannte. "Er hat mich unter anderem beraten, welche Schritte ich weiter gehen kann." Tschöke ging im Anschluss für ein Auslandsjahr an die School of Management nach Bradford/Großbritannien ("Habe dort viel gelernt, aber der Ort war weniger schön."), um dort am Master of Business Administration Programm teilzunehmen.

3. Akt Nach dem Abschluss an der FHDW stand die Entscheidung an: Bei Lanxess bleiben oder hinaus in andere Unternehmen? Tschöke blieb der Kölner Konzern-Zentrale treu. Er arbeitete in mehreren Abteilungen, lernte immer neue Aufgabengebiete und Verantwortlichkeiten kennen.

Seit Anfang 2015 ist er der Leiter Global IT Controlling. Damit ist er für die finanzielle Steuerung der IT des 16.600-Mitarbeiter-Unternehmens verantwortlich.

Trotz der straff organisierten Ausbildungsjahre hat Tschöke Zeit für Privates gefunden. Anfangs pendelte er täglich von Ratingen nach Köln, doch heute wohnt der 29-Jährige mit seiner Partnerin in der Dom-Stadt - entgegen seinem Credo: "Wenn man weiterkommen will, lässt man nach acht Stunden nicht den Bleistift fallen."

Quelle: RP
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