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Monheim
Jetzt zieht's den Kleingärtner ins Beet

Monheim: Jetzt zieht's den Kleingärtner ins Beet
Start in die Kleingarten-Saison: Willi Dierdorf aus Monheim bringt seine Beete in Schuss, harkt und setzt Pflanzen oder sät Gemüse aus. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Wer eine Parzelle mietet, muss sich an die Regeln des Vereins halten. Dauerhaft darf in der Laube nicht gewohnt werden. Von Heike Schmickler

An den Bäumen sprießen schon die ersten Knospen, Veilchen und Maiglöckchen blühen wild auf den Wiesen. Für die Pflanzenwelt hat der Frühling begonnen. Und auch die Hobbygärtner werden bei den ersten Sonnenstrahlen aktiv. Sie harken Beete auf, das letzte Laub vom Herbst wird entfernt und auch die ein oder andere Frühlingsblume ausgesät.

So geschieht es auch in den vier Kleingartenvereinen in Monheim. "So langsam wird vereinzelt mit dem Aufräumen begonnen", sagt Monika Dierdorf. Sie ist die Vorsitzende des Stadtverbandes Monheim der Kleingärtner. Sie und ihr Mann Willi besitzen eine Parzelle im Baumberger Feld. "Richtig gepflanzt wird aber noch nichts." Dafür seien die Nächte einfach noch zu kalt. Auch das Wasser ist noch nicht wieder angestellt. "Viel tun können wir deshalb nicht."

Deshalb wird zunächst das aufgeräumt, was über den Winter liegengeblieben ist, Ziersträucher werden gestutzt und Unkraut gerupft. Langsam wird der Boden vorbereitet und der Rasen gedüngt. "Mit dem Pflanzen geht es so richtig erst nach den Eisheiligen im Mai los."

Auch Ernst Wirtz ist Kleingärtner. Er hat seine Laube am Knipprather Busch stehen. "Ich werde jetzt bald meine dicken Bohnen aussetzen, damit der schwarze Käfer nicht dran geht", sagt der 74-Jährige. Geschützt wird die Pflanze aber zunächst noch mit einem Vlies. Im April werden dann die Kartoffeln folgen. "Die eigenen Kartoffeln schmecken richtig gut. Die Ernte reicht immer etwa für ein Viertel Jahr", so Wirtz.

Die Kleingärtner verzichten bei ihrem Grün komplett auf Chemie. "Dann könnten wir das Gemüse ja auch kaufen." Stattdessen gehen sie dem Ungeziefer mit einfachen Hausmitteln wie Seifenlauge oder Zwiebelwasser an den Kragen.

Monika und Willi Dierdorf wie auch Ernst Wirtz sind typische Kleingärtner. "Der Altersdurchschnitt ist recht hoch", so die Stadtverband-Vorsitzende. "Wir wünschen uns mehr junge Familien mit kleinen Kindern." Doch nur vereinzelt kommen junge Menschen in die Vereine. Dabei ist ein Kleingarten gar kein teures Hobby. Nur einen Euro kostet die Parzelle pro Tag, dazu kommen lediglich die einmaligen Anschaffungskosten der Laube und Nebenkosten, wie Strom und Wasser.

Eine Parzelle ist im Baumberger Feld derzeit zu haben. Wer sich für den Kauf entscheidet, muss jedoch, eben kleingartentypisch, einige Regeln beachten. "Alle Mitglieder müssen sich an die gärtnerische Ordnung halten", so Dierdorf. Da wäre zum Beispiel die Drittel-Regelung. Demnach darf eine Parzelle in etwa zu einem Drittel aus der Laube, einem Drittel aus Rasen und zu einem weiteren Drittel aus Nutzpflanzen bestehen. "Die Laube muss dabei von der einfachsten Ausführung sein", ergänzt Willi Dierdorf. "Eben so, dass sie nicht zum dauerhaften Wohnen eingerichtet ist." Ein Telefonanschluss ist verboten, ebenso eine an den Abwasserkanal angeschlossene Toilette. Dierdorf öffnet eine Tür in der Laube: "Wir nutzen die Campingtoilette oder die Anlangen im Vereinsheim." Auch beim Pflanzen gibt es Regeln zu beachten. Gepflanzt werden darf nur Heimisches. Exotische Pflanzen sind nicht gerngesehen. "Das hat ökologische Gründe, denn einige Tannen sind zum Beispiel Wirtsleute für Ungeziefer", so Wirtz.

Über 30 Jahre lang besitzen Monika und Willi Dierdorf schon eine Parzelle in Monheim, Ernst Wirtz ist bald seit 40 Jahren Kleingärtner. "Es ist wirklich ein schönes Hobby, man kommt an die frische Luft und lernt viele nette Menschen kennen, "so die 69-Jährige.

Quelle: RP
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