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Langenfeld
Jugendliche arbeiten für Afrika

Langenfeld: Jugendliche arbeiten für Afrika
Johanna Franke und Katharina Arnemann (in gelben T-Shirts) haben die "Aktion Tagwerk" am Konrad-Adenauer-Gymnasium organisiert. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Bei der "Aktion Tagwerk" haben 25 junge Langenfelder 1250 Euro für Bildungsprojekte gesammelt. Von Dorian Audersch

Es sind ein paar eindrückliche Zahlen, die Kathrin Arnemann im Bürgersaal des Rathauses vorträgt. Für fünf Euro, sagt sie, könne eine Familie in Burundi oder Ruanda Saatgut kaufen, um ein Jahr lang einen Gemüsegarten zu betreiben. Für zwölf Euro gibt es demnach Krankenversicherung für dreiköpfige "Kinderfamilien". Dabei handelt es sich um Geschwister, die ohne Eltern aufwachsen. Das älteste Kind übernimmt dann in der Regel die Elternrolle.

"Wir geben diese Summen hier schnell für eine Pizza oder andere Kleinigkeiten aus", sagt die 18-Jährige. "In vielen afrikanischen Ländern kann man mit wenig Geld viel bewegen." So koste es gerade einmal 75 Euro, einem Jugendlichen ein Jahr die Berufsausbildung zu finanzieren.

Seit fünf Jahren macht das Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) bei der "Aktion Tagwerk - Dein Tag für Afrika" mit. Der Gedanke dahinter ist simpel: Schüler arbeiten für einen Tag und das damit verdiente Geld geht an Bildungsprojekte in sechs afrikanischen Ländern: Burundi, Ruanda, Südafrika, Ruanda, Elfenbeinküste und Ghana.

Insgesamt 15 Schüler der 9 a arbeiteten jetzt einen Vormittag bei dem Schuhersteller Ara - vor allem in der Kommissionierung. Zehn weitere Gymnasiasten verbrachten einen halben Tag in verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung. Pro Schüler gab es 50 Euro, die an die Aktion fließen. Dafür haben die Jugendlichen Arbeitsverträge für einen Tag abgeschlossen.

Organisiert wird die Initiative am KAG von Katharina Arnemann und Johanna Franke, deren Schwester Henriette vor fünf Jahren den Grundstein an der Schule legte. Nun will die 14-Jährige die Aktion in den kommenden vier Jahren koordinieren. "Das Engagement ist wichtig", findet sie. "Für uns sind viele Dinge selbstverständlich, aber für viele Kinder in Afrika sind sie ein Traum." So wie zum Beispiel regelmäßiger Schulunterricht.

Bei den Schülern kommt die Aktion gut an. "Wir haben mit vergleichsweise geringem Aufwand viel Geld eingenommen - und ich würde es im nächsten Jahr wieder machen", meint etwa Oliver Janoschke. Seine Mitschülerin Carmen Kühn, die bei Ara Schuhe in Kartons gepackt und mit Etiketten versehen hat, sieht es ähnlich: "Es war zwar ungewohnt, aber es hat auch viel Spaß gemacht."

Für Ara-Personalchef Gerd Koschik war es ebenfalls eine lohnenswerte Aktion. "Die Schüler haben während ihres Arbeitstages einiges bewegt", sagt er mit Blick auf die 600 Paar Schuhe, die umgepackt wurden. "Vielleicht hat es dem ein oder anderen ja auch bei der beruflichen Orientierung geholfen." Die Schüler in der Verwaltung haben sich eine Kita angeschaut und waren unter anderem bei der Feuerwehr. Bildung sei der Schlüssel für ein gutes Leben, sagt Constantin Walter, einer von ihnen. "Wenn wir dazu einen Teil beitragen können, hat sich der Tag doch schon gelohnt."

Quelle: RP
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