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Langenfeld
Jugendliche schlüpfen in Tierrollen

Langenfeld: Jugendliche schlüpfen in Tierrollen
Was kreucht und fleucht denn da? Nick Visser und Maia Melke proben mit anderen "Blinklichtern" für die neue Inszenierung. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Das Langenfelder Laientheater "Blinklichter" probt fleißig für das neue Stück "Von der Elfe, die auf die Erde fiel". Von Christin Grawe

Drei, zwei, eins und noch einmal von vorne! Die Kinder wuseln durcheinander. Sie tuscheln, reden und werden lauter, bis sie eine extreme Lautstärke erreichen. Und dann: plötzliche Stille. Der König der Frösche stolziert langsam über den Tisch. Anmutig tritt er an die Menge heran. "Was ist das für ein Gequake hier?", ruft er und springt mit lautem Poltern hinunter.

Es wird still im Proberaum, kein Ton ist mehr zu hören. Die Frösche, von den Kindern gespielt, wirken wie erstarrt und blicken ehrfürchtig ihren König an. Diese Szene spielt sich hinter den Kulissen der "Blinklichter" ab. Die Froschgruppe des Langenfelder Kinder- und Jugendtheaters probt voller Ehrgeiz für ihr neues Theaterstück.

"Von der Elfe, die auf die Erde fiel" erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens namens Pirkko, das an Elfen und Trolle glaubt und von der fröhlichen und wissbegierigen Elfe Taika. Als eines Tages ein Waldgebiet im hohen Norden zerstört werden soll, rufen etwa Frösche, Eichhörnchen und Hasen nach Hilfe. Ob die Elfe die Tiere retten kann und welche Rolle dabei Pirkko und ihr Vater spielen, können Besucher ab dem Premierentag Mittwoch, 30. November, selbst herausfinden.

Bis dahin gibt es für die "Blinklichter" allerdings noch eine Menge zu tun: Die Texte müssen sitzen, die zweite Szene muss geprobt und die Froschhymne einstudiert werden.

Maia (16) spielt den Zickenfrosch im Stück. Sie ist schon seit drei Jahren bei den Blinklichtern und erzählt: "Ich habe die Theatergruppe in der Grundschule kennengelernt. Als ich mein erstes Stück gesehen habe, habe ich gedacht, das könnte mir auch Spaß machen."

Und auch in ihrer diesjährigen Rolle geht Maia auf. Sie schimpft, wirft schwungvoll ihre Haare zurück und schnipst hochmütig mit ihrem Zeigefinger. Jede zickige Bewegung sei erlaubt, sagt Regisseurin und Theaterpädagogin Elisabeth Schafheutle. Sie ermutigt die Schauspieler: "Keiner hat euch auf die Bühne genagelt. Ihr könnt euch bewegen, wie ihr wollt."

Die Jugendlichen proben wie die ganz Großen. Auch wenn ihr Proberaum im Kulturzentrum neben der Stadthalle bei weitem nicht so aussieht, wie die eigentliche Bühne: Tische halten als Podeste her, ein schwarzes Klavier steht an der Wand und zwei Kleiderstangen stehen in der Ecke. Am vordersten Bügel hängt ein auffälliges weißes Gewand mit Federkranz am Hals, dahinter überwiegend Kostüme in dunklem Grün. Passend zum tierischen Leben im Wald.

Auch das Bühnenbild erweckt das Gefühl, durch den Wald zu stampfen. Grün angemalte Holzaufsteller zeigen Pflanzen und bunte Blumen.

Es ist spürbar: Alles befindet sich noch in der Vorbereitung. Es wird überlegt, abgeändert, und Requisiten werden kurzerhand umfunktioniert. Mit viel Fantasie wird so ein gelber Plastikbecher zu einem wilden Wurfgeschoss.

Die Waldtruppe der Blinklichter spielt in ihrer Szene Dart mit Waldgegenständen. Für den großen Auftritt lernen die Mädchen und Jungen zwischen 15 und 22 Jahren in ihrer Freizeit nicht nur Französisch-Vokabeln für die Schule, sondern auch eine Menge Text fürs Theater.

Doch dabei geht es nicht ums stumpfe Auswendiglernen, weiß Niklas (19): "Am besten ist es, den Text mit der Figur, die ich spiele, zu entdecken".

Die Gruppen proben an drei Wochenenden auch gemeinsam. Bis zur Aufführung ist es noch eine Menge Arbeit, aber die Schauspieler freuen sich und sind mit ganzem Herz dabei. Maia sagt: "Die Blinklichter sind wie eine zweite Familie für mich."

Quelle: RP
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