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Rettung aus zwei Metern Höhe
Junge gerät in Monheim mit Unterarm in Garagentor

Junge gerät in Monheim mit Unterarm in Garagentor
Die Unfallstelle: Eine Tiefgaragen-Zufahrt an der Lichtenberger Straße. FOTO: Farooqi
Monheim. In Monheim ist ein Siebenjähriger in einem Rolltor steckengeblieben. In zwei Metern Höhe blieb der Junge stecken. Nun ermittelt die Polizei, wie es zu dem Unfall kommen konnte.  Von Sabeen Farooqi und Thomas Gutman

Am Tag danach ist sein rechter Unterarm zwar noch geschwollen, aber Amadou spielt schon wieder mit seinen Freunden auf dem Spielplatz nebenan. Dabei hätte das Klettern an dem Tiefgaragentor wirklich böse ausgehen können für den Siebenjährigen.

Die Feuerwehr hatte am Unfallort Lichtenberger Straße 1 bereits schweres hydraulisches Werkzeug ausgepackt, um den Jungen zu befreien. "Ich klettere gerne, aber das mache ich nicht wieder", sagt Amadou gut 18 Stunden später.

Donnerstag, früher Abend, gegen 18 Uhr: Amadou klettert an dem Rollgittertor in der Einfahrt zur Tiefgarage hoch, als sich dieses plötzlich in Bewegung setzt. Nur einen Augenblick später ist sein rechter Unterarm in dem Aufrollmechanismus eingeklemmt. Der Junge schreit vor Schmerz. Zum Glück stoppt das Tor. Doch hilflos hängt er in rund zwei Meter Höhe fest. Ein Freund reagiert sofort, stützt ihn auf seinen Schultern. Und ruft um Hilfe. Amadous Vater eilt herbei, hält seinen Sohn fest und beruhigt ihn. Nach einer Viertelstunde ist die Feuerwehr da.

"Der Junge hat vor Schmerzen geweint", berichtet Einsatzleiter Torsten Schlender später. "In dieser Lage mussten wir entscheiden, wie wir ihn auf möglichst schonende Weise befreien." In Absprache mit der Notärztin entscheiden sich die Männer dafür, das Rolltor vorsichtig wieder herunterzulassen. Das Manöver glückt. Amadou kommt mit leichten Verletzungen davon. Sie werden im Richrather St.-Martinus-Krankenhaus behandelt. "Insgesamt wirkte der Junge während der Rettungsaktion recht gefasst. Er hat sich tapfer geschlagen", sagt Schlender.

Doch warum hat sich das Rolltor von allein in Bewegung gesetzt?

Geöffnet hat es nach Beobachtung der Kinder jedenfalls niemand. "Dafür braucht man einen Schlüssel. Aber da war keiner mit einem Schlüssel", sagt einer von Amadous Freunden. Feuerwehr-Mann Schlender will und kann zu der genauen Ursache nichts sagen. "Das ist Sache der Polizei." Bei der Kreispolizei in Mettmann ist das ebenfalls noch nicht ermittelt.

Ein technischer Defekt? "Darüber gibt es in dem Einsatzbericht keine Aussage", sagt Polizeisprecherin Nicole Rehmann. Amadous Mutter ist froh, dass ihr Sohn am Tag danach wieder wohlauf ist. Seit fünf Jahren wohnt die schwarzafrikanische Familie im Berliner Viertel in Monheim. So etwas sei ihnen bislang noch nicht passiert. Damit sich ein solcher Unfall nicht wiederholt, fordert Amadous Mutter, die Rolltorfalle zu entschärfen: "Es sollte auf jeden Fall ein Schild her, das vor der Gefahr warnt."

Quelle: RP